Geld für ein langes Leben: Wie sich Kapital in eine monatliche Zusatzrente umwandeln lässt

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Seniorenpaar sitzt auf einer Bank am Seeufer
Ein Senioren-Paar genießt seinen Ruhestand. (Foto: dpa)
Robert Thiel

Viele Menschen haben irgendwann ein Luxusproblem: Sie haben zum Beispiel einen Batzen Geld aus einer Lebensversicherung bekommen oder einen sechsstelligen Betrag geerbt und fragen sich: Wie kann ich 50 000, 100 000 Euro oder noch mehr Geld in eine monatliche Zusatzrente umwandeln? Vier Möglichkeiten im Check.

1Sofortrente: Dabei zahlt der Kunde sein Kapital auf einen Schlag in eine private Rentenversicherung ein, die daraus monatlich bis zum Tod des Versicherten eine Rente überweist. Die Sofortrente kommt deshalb vor allem für Menschen in Frage, die ein sicheres Zusatzeinkommen benötigen. „Man muss aber schon sehr alt und deutlich über 90 werden, damit sich das wirklich lohnt und der Kunde über die Jahre mehr zurückbekommt, als er am Anfang eingezahlt hat“, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Denn die Versicherer kalkulieren ein, dass ihre Kunden lange leben. Außerdem wird das eingesetzte Kapital bei neuen Verträgen nur noch mit 0,9 Prozent garantiert verzinst. „Zieht man die Kosten ab, bewegt sich die Rendite bei solchen Verträgen dann gegen null Prozent“, warnt Nauhauser. Unterm Strich bedeutet das für einen 65-jährigen Kunden, der 100 000 Euro einzahlt, dass er auf eine garantierte Rente von lebenslang gut 300 Euro im Monat kommen kann. Überschüsse kämen womöglich obendrauf.

2Gute alte Verträge: Noch mal genauer hinschauen sollten Sparer, wenn sie über eine alte private Rentenpolice aus den 1980er- und 1990er-Jahren verfügen oder einen entsprechenden Vertrag bis Ende 2003 abgeschlossen haben. Damals lag der Garantiezins noch bei bis zu vier Prozent. Außerdem kalkulierten die Versicherer mit einer kürzeren Lebenserwartung. An diese alten Zusagen müssen sich die Anbieter weiter halten, deshalb können Kunden mit diesen Altverträgen eine deutlich höhere Rente kassieren als mit den spärlich verzinsten Neuverträgen.

3Auszahlpläne von Bausparkassen und Banken: Dabei wird das eingezahlte Kapital bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit verzehrt. Attraktiv können nach Berechnungen des Rentenexperten und Fachbuchautors Werner Siepe noch die Angebote der Debeka und der Bausparkasse Mainz sein, zumindest für die Kunden, die sich lange genug binden. Bei den Mainzern belaufen sich die Zinsen von 1,0 bis 1,8 Prozent für Laufzeiten von 15 bis 30 Jahren (Stand: 9. August 2019). Zahlt also bei der Bausparkasse ein 65-Jähriger 100 000 Euro ein, um sich davon 25 Jahre eine Zusatzrente auszahlen zu lassen, beläuft sich der Zinssatz auf 1,5 Prozent. Die Summe aller Auszahlungen liegt dann bei 119 835 Euro oder monatlich 399,45 Euro. Das bringt laut Siepe deutlich mehr als ein von 2004 an abgeschlossener neuer Vertrag bei einer privaten Rentenversicherung. Dafür ist das Geld beim Angebot der Bausparkasse verbraucht, wenn der 65-jährige Kunde mehr als 90 Jahre alt wird. Die private Rentenversicherung hingegen zahlt weiter, selbst wenn der Kunde 100 Jahre alt wird.

4 Fondsentnahmeplan: Wer höhere Renditen erzielen will, kann sein Geld in kostengünstige Indexfonds investieren. Anleger können dann entweder regelmäßig für einen bestimmten Betrag Fondsanteile verkaufen oder mit ihrer Bank vereinbaren, dass diese regelmäßig Fondsanteile im Wert einer monatlichen Rate veräußert. Je länger dabei in den oder die Fonds eingezahlt wurde und je länger die Laufzeit des Auszahlplans, desto besser die Chancen für positive Renditen und desto geringer das Risiko, Verluste zu erwirtschaften. Mit solchen Auszahlplänen lassen sich bei Renditen von jährlich drei bis sechs Prozent deutlich bessere Ergebnisse erzielen als mit klassischen Auszahlplänen. Voraussetzung: Die Aktienmärkte entwickeln sich ähnlich positiv wie in den vergangenen 30 Jahren.

Ein weiterer Tipp: Arbeitnehmer, die schon vor dem Eintritt in den Ruhestand einen großen Batzen Geld bekommen, können diesen unter Umständen auch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. So lassen sich Abschläge für einen früheren Renteneintritt ausgleichen.

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