Deutsche Presse-Agentur

Der US-Autobauer Ford plant Kurzarbeit in seinen deutschen Werken in Köln und Saarlouis. Der genaue Umfang sei noch unklar, sagte ein Ford-Sprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Köln. „Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen derzeit.“

Betroffen seien das Kölner Fiesta-Werk, in dem 4100 Menschen arbeiten, sowie die Fahrzeugproduktion und der benachbarte Zulieferpark in Saarlouis mit insgesamt 8500 Beschäftigten.

Als Grund für die Pläne nannte der Ford-Sprecher einen Nachfrageeinbruch auf wichtigen Exportmärkten, vor allem Großbritannien und Spanien. Rund 80 Prozent der in Deutschland produzierten Ford-Fahrzeuge gingen ins Ausland.

Seitens des Unternehmens sei eine Kombination aus Nutzung der Arbeitszeitkonten und angemeldeter Kurzarbeit geplant, sagte der Sprecher. Genauere Entscheidungen würden voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche fallen.

Vor einiger Zeit hatte sich Ford bereits von Leiharbeitern getrennt und die Fiesta-Produktion von ursprünglich 1830 auf 1750 Einheiten pro Tag heruntergefahren. Das Werk sei aber gut ausgelastet und arbeite nach wie vor in drei Schichten, betonte der Ford- Sprecher. Insgesamt arbeiten am Standort Köln, wo auch der Fusion produziert wird, 17 400 Menschen. Die Mitarbeiter im Werk Saarlouis bauen täglich rund 1800 Autos der Modelle Focus, C-Max und Kuga.

Ford hatte 2008 in Deutschland mehr Autos verkauft. Der Absatz sei auf rund 241 200 Fahrzeuge (2007: 233 000) gestiegen. Ford Deutschland-Chef Bernhard Mattes sagte dem „Handelsblatt“, er gehe davon aus, den Marktanteil von derzeit 7 Prozent in diesem Jahr weiter erhöhen zu können. Ford verfüge über eine junge Modellpalette. Außerdem sei er „sicher, dass die Abwrackprämie einen starken Impuls auf dem Markt auslösen wird“. Bei den Händlern sei bereits eine enorme Resonanz spürbar.

Mattes warnte vor wachsenden Überkapazitäten in der Autoindustrie. „Weltweit gibt es im Automarkt heute circa 20 Millionen Einheiten Produktionskapazität zu viel, und die Zahl wird wachsen, nicht zuletzt durch den prognostizierten Nachfragerückgang in Höhe von rund 4 Millionen Fahrzeugen in Europa und rund 3 Millionen in den USA.“

Wenn ein Autokonzern vollständig wegbreche, werde dies Auswirkungen auf die gesamte industrielle Wertschöpfungskette haben, sagte der Manager. Davon würde niemand profitieren. „Das war auch einer der Gründe, warum Ford in den USA Chrysler und GM voll mit ihrem Anliegen um Staatshilfe unterstützt.“

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