FBI spürt mutmaßlichen Milliardenbetrüger auf

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Deutsche Presse-Agentur

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC wirft dem schillernden Geschäftsmann vor, mit seiner Finanzgruppe Anleger weltweit um bis zu acht Milliarden Dollar (6,3 Mrd Euro) geprellt zu haben.

Die FBI-Beamten hätten Stanford juristische Dokumente zu der von der SEC erhobenen Zivilklage übergeben. Der 58-Jährige sei aber nicht festgenommen worden, so die SEC ohne weitere Details. Medienberichten zufolge liegen bisher keine strafrechtlichen Vorwürfe gegen Stanford vor. Stanford hielt sich den Angaben nach in der Gegend der Stadt Fredericksburg rund 80 Kilometer südlich von Washington auf.

Zuvor war spekuliert worden, der Banker könnte sich abgesetzt haben. Rund zwei Monate nach Auffliegen der spektakulären Madoff-Betrugsaffäre hatten US-Behörden am Dienstag die Zentrale von Stanfords Finanzgruppe in Houston (Texas) durchsucht.

Der Fall schlägt weit über die USA hinaus hohe Wellen: Der Banker ist für sein extravagantes Gesellschaftsleben und enge Beziehungen in die Politik in Nord- und Südamerika bekannt. Seine Finanzgruppe spannt sich von den USA über die Karibikinsel und Steueroase Antigua als wichtigem Stützpunkt bis nach Lateinamerika. Das FBI prüft laut Medienberichten auch mögliche Verbindungen zu Geldwäschegeschäften mexikanischer Drogenbarone.

Der Finanzskandal hat schwere Konsequenzen für Tausende Anleger und Sparer in Lateinamerika. In Panama wurden nach dem Bekanntwerden der Affäre die Filialen der Stanford Bank geschlossen. Auf Antigua, in Mexiko und in anderen Ländern des Subkontinents bildeten sich vor den Filialen der Bank lange Schlangen von Menschen, die vergeblich darauf warteten, ihr Geld abheben zu können.

Die Stanford Financial Group erlitt der SEC zufolge auch Verluste durch Madoffs Schneeball-System, dem wohl größten Betrugsfall der Finanzgeschichte mit einem möglichen Schaden von bis zu 50 Milliarden Dollar. Der 70-Jährige Madoff war im Dezember festgenommen worden und steht derzeit in New York unter Hausarrest.

Stanford versprach Anlegern laut SEC jahrelang mit vermeintlich sicheren Festgeldanlagen hohe Gewinne. Stattdessen sei ein großer Teil des Geldes in riskante Immobilienpapiere und Finanzbeteiligungen gesteckt worden.

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