Fahrplanwechsel: Bahn verjüngt Flotte und erhöht Preise

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Fahrplanwechsel
Ein Fahrplan hängt im Berliner Hauptbahnhof aus: Im Fernverkehr werden mit Fahrscheine zum vollen Preis (Flexpreis) im Durchschnitt 1,9 Prozent teurer. (Foto: Christoph Soeder / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Bernd Röder

Die Fahrgäste der Deutschen Bahn sollen mit dem Fahrplanwechsel an diesem Sonntag auf wichtigen Verbindungen ein größeres Sitzangebot bekommen. Zugleich müssen sie fürs Zugfahren im ICE und IC etwas tiefer in die Tasche greifen.

Im Fernverkehr werden Fahrscheine zum vollen Preis (Flexpreis) im Durchschnitt um 1,9 Prozent teurer, wie die Bahn mitteilte. Weil es viele Sonderangebote und Rabatte gibt, steigt das Preisniveau nach Berechnungen des Konzerns aber lediglich um 0,9 Prozent. Wer seine Reise bis zum Samstag bucht, fährt noch zu den alten Preisen.

Bahnfahrten im Regionalverkehr über Grenzen von Verkehrsverbünden hinweg werden im Durchschnitt 1,5 Prozent teurer. Für die anderen gelten die Tarife der Verkehrsverbünde. In vielen von ihnen ändern sich die Fahrpreise für Busse und Bahnen zum Jahreswechsel nicht.

Von diesem Sonntag an werden auf der Schnellfahrstrecke Berlin-München künftig fünf statt drei Sprinterzüge pro Tag und Richtung unterwegs sein. Außerdem fährt dort nun auch der ICE 4, die jüngste Generation des Hochgeschwindigkeitszuges. Seit der Eröffnung der neuen Verbindung im vergangenen Dezember sind bislang 4,4 Millionen Mal Reisende zwischen München und Berlin unterwegs gewesen. Die Erwartungen der Bahn wurden damit übertroffen.

Der ICE 4 ist künftig auch zwischen Düsseldorf und Stuttgart unterwegs, über den Frankfurter Flughafen fahren dabei nun 14 statt bisher 11 Züge pro Tag und Richtung. Ein ICE wird außerdem täglich von Berlin nach Wien und zurück fahren. Fahrzeit: knapp acht Stunden.

Die Bahn bietet außerdem täglich drei IC-Zugpaare von Nordrhein-Westfalen oder Kassel über Erfurt und Jena bis nach Gera an. Auf der Verbindung Nürnberg-Stuttgart-Karlsruhe setzt sie die neuen Intercity-2-Züge ein, die aus Doppelstockwagen bestehen. Eine Direktverbindung am Morgen von Berlin nach Münster wird ab dem 9. Dezember auch freitags angeboten, bisher gibt es sie nur von Montag bis Donnerstag.

Die Bahn reagiert nach eigenen Angaben auf die steigenden Fahrgastzahlen auch im Regionalverkehr. Die Kunden dürften in vielen Regionen mit mehr Fahrzeugen und somit mehr Sitzplätzen rechnen. In Stuttgart, in Hamburg und im Rhein-Main-Gebiet werden die S-Bahnen in dichterem Takt auf die Strecke geschickt.

Bei der Berliner S-Bahn gibt es einen neuen viergleisigen Abschnitt auf der stark frequentierten Strecke zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof. Dadurch könnten Linien verlängert sowie Fahrzeiten und der Takt verkürzt werden, hieß es.

Der Franken-Thüringen-Express wird nach Bahn-Angaben bis nach Leipzig verlängert. Dadurch gelangten Reisende nun alle zwei Stunden zu den Städten Erlangen, Bamberg, Lichtenfels, Saalfeld und Jena in Nord- sowie Südrichtung. Diese Züge seien außerdem auf die jeweiligen ICE-Anschlüsse in Nürnberg, Bamberg und Leipzig abgestimmt.

Mit den neuen Preisen werden Vielfahrer relativ stark zur Kasse gebeten: Für Streckenzeitkarten sowie die Bahncard 100 sind in Zukunft im Schnitt 2,9 Prozent mehr zu zahlen. Die Preise für Platzreservierungen sowie für die Rabattkarten Bahncard 25 und Bahncard 50 verändern sich nicht. Kräftig erhöht wird das Extra-Entgelt für den Kauf eines Tickets im Zug: von 12,50 Euro auf 19 Euro.

Das Aktionsbündnis „Bahn für alle“ nannte die bereits vor zwei Monaten angekündigte Preiserhöhung nicht nachvollziehbar. „Abgesehen von den Sonderangeboten sind die Preise grundsätzlich zu hoch, besonders aber in Anbetracht der vielen Verspätungen und Zugausfälle, die die DB AG offensichtlich nicht in den Griff bekommt“, meinte Bündnissprecher Bernhard Knierim.

Kritik kam auch aus dem Bundestag. „Das Zugangebot stagniert, die Preise steigen, das Ticket-Wirrwarr bleibt“, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Das günstigste Ticket müsse jeder auf einen Blick am Automaten und im Internet erfassen können. Hofreiter warb für das „Mobilpass“-Konzept seiner Partei, mit dem Bürger alle Busse und Bahnen nutzen könnten.

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