Exxon Mobil mit Rekordgewinn

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Deutsche Presse-Agentur

Neuer Gewinnrekord: Der weltgrößte börsennotierte Ölkonzern Exxon Mobil hat im vergangenen Jahr mit mehr als 45 Milliarden Dollar den bisher höchsten Gewinn eines US-Unternehmens erzielt.

Der Überschuss von 45,22 Milliarden Dollar (35,28 Mrd Euro) fiel dank der lange rekordhohen Ölpreise noch einmal elf Prozent höher aus als Exxons alter Spitzenwert aus dem Jahr 2007.

Auch der zweitgrößte US-Ölkonzern Chevron verdiente 2008 so viel wie nie zuvor in seiner Unternehmensgeschichte. Der Gewinn sprudelte mit 23,9 Milliarden Dollar um fast 30 Prozent stärker als 2007.

Der inzwischen auch durch die Wirtschaftskrise stark gefallene Ölpreis drückte jedoch im vierten Quartal bei beiden Konzernen schwer auf den Gewinn, wie sie am Freitag mitteilten. Exxons Überschuss fiel im Jahresvergleich um ein Drittel auf 7,8 Milliarden Dollar. Chevrons Quartalsgewinn stagnierte bei 4,9 Milliarden Dollar - ohne Währungsvorteile und Sondereffekte wäre er deutlich gesunken.

Der Ölpreis hatte im Juli ein Rekordhoch von mehr als 147 Dollar je Barrel erreicht. Seitdem ist er aber unter anderem wegen der Konjunkturtalfahrt und des wieder stärkeren Dollars deutlich auf aktuell etwas mehr als 40 Dollar gesunken.

Der niederländisch-britische Konzern Royal Dutch Shell hatte am Donnerstag mit einem ebenfalls sprudelnden Jahresgewinn einen Europa- Rekord aufgestellt: Der nach Marktwert zweitgrößte private Ölmulti der Welt fuhr 2008 einen Überschuss von mehr als 31 Milliarden Dollar (24 Mrd Euro) ein. Dies waren 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im vierten Quartal gab es bei Shell wegen des Ölpreiseinbruchs jedoch sogar einen Milliardenverlust.

Exxons Umsatz stieg im Jahr 2008 um 18 Prozent auf 477,4 Milliarden Dollar. Im Schlussquartal fiel er dagegen um mehr als ein Viertel auf 84,7 Milliarden Dollar.

Chevrons Erlöse stiegen im Gesamtjahr um fast ein Viertel auf 265,0 Milliarden Dollar. Im vierten Quartal fielen sie jedoch um fast 30 Prozent auf 43,1 Milliarden Dollar.

Die Ergebnisse der beiden amerikanischen Öl- und Gasriesen lagen trotz des zuletzt schwächeren Abschneidens noch immer über den Erwartungen der Analysten. Die Aktien legten zum US-Handelsstart in New York zu.

Mit ihren wegen der Gewinne enormen Finanzreserven kauften beide Konzerne zuletzt eigene Aktien in großem Stil zurück. Dies soll den Börsenkurs in die Höhe treiben. Exxon mit Konzernsitz in Texas gab dafür acht Milliarden Dollar aus, Chevron aus Kalifornien ließ sich den Rückkauf zwei Milliarden Dollar kosten.

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