Ein Vertrag ist einzuhalten

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Ein Vertrag ist einzuhalten
Ein Vertrag ist einzuhalten
Ressortleiter Wirtschaft

Pacta sunt servanda. Ein einmal geschlossener Liefervertrag ist einzuhalten. Joe Kaeser konnte den Auftrag, die Signalanlage für die australische Kohlegrube aufgrund des damit verbundenen Vertrauensverlustes nicht zurücknehmen: Die berechtigten Zweifel von Kunden, ob Siemens trotz Vertrag eine Lieferung verweigert, wenn ein Projekt plötzlich nicht mehr opportun erscheint, hätten dem Konzern massiv geschadet.

Siemens ist vom Selbstverständnis ein Konzern, der sich als Treiber der Energiewende versteht und sich eine ökologische Ausrichtung auf die Fahnen geschrieben hat: Dass Siemens den Auftrag, der vom Volumen sowieso unerheblich ist, angenommen hat, ohne zu prüfen, ob er zu diesen langfristigen Zielen passt, war ein Fehler, den Joe Kaeser mit der Einrichtung eines Nachhaltigkeitsrates jetzt zu korrigieren versucht. Dieser positive Schritt kommt spät, aber er ist nun gemacht.

Unverständlich bleiben dagegen die Ausfälle, mit den Kaeser die Umweltbewegung diskreditiert hat. Die Worte der „fast schon grotesken“ Kritik hätte sich der Siemens-Chef besser gespart. Denn eigentlich will er sein Unternehmenen ja als technologischen Partner von Kämpfern für eine ökologischere Welt positionieren.

b.wagener@schwaebische.de

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