Drastischer Auftragseinbruch bei den Werften

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Deutsche Presse-Agentur

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat zu einem drastischen Auftragseinbruch bei den deutschen Werften geführt. Im vergangenen Jahr seien nicht nur die Auftragseingänge auf 46 Bestellungen im Wert von 2,9 Milliarden Euro und damit auf den niedrigsten Stand seit 2001 gefallen.

Darüber hinaus wurden 29 vorhandene Aufträge wieder storniert, teilte der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) in Hamburg mit. Der Auftragsbestand zum Jahresende entwickelte sich damit zum ersten Mal seit sieben Jahren rückläufig.

Mit 172 (Vorjahr: 239) Aufträgen im Wert von 13,3 (15,4) Milliarden Euro sei die Beschäftigung der Werften rechnerisch nur noch für weniger als drei Jahre gesichert, heißt es in der Mitteilung des Verbandes. Hinzu komme, dass wegen der Finanzkrise die Finanzierung von 29 Schiffen aus dem Auftragsbestand wackelt. Der Finanzbedarf für die Endfinanzierung sowie Avale und Barmittel belaufe sich auf 900 Millionen Euro. „Wie ernst die Situation ist, zeigt sich daran, dass 2008 bereits vier Werften Insolvenz anmelden mussten“, schreibt der VSM. Diese Betriebe sollten mit neuen Konzepten fortgeführt werden.

Bei einem Treffen zwischen dem Schiffbauverband, der IG Metall und der Maritimen Koordinatorin der Bundesregierung, Dagmar Wöhrl, sowie weiteren Bundes- und Landespolitikern sind am Wochenende noch keine greifbaren Ergebnisse herausgekommen. „Die Schnelligkeit und Wucht, mit der sich die Krise ausbreitet, hat gezeigt, dass die bisherigen Bemühungen zur Bewältigung der Probleme nicht ausreichen“, sagte VSM- Hauptgeschäftsführer Werner Lundt. „Neue zusätzliche Maßnahmen sind dringend erforderlich.“

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