Hannes Koch
Hannes Koch (Foto: Roland Rasemann)

Ob die Arbeitsplatzverluste in der Windenergiebranche dramatisch sind, weiß man augenblicklich noch nicht. Für die einzelnen Firmen und Beschäftigten sind solche Kürzungen immer schmerzlich. Allerdings fehlen aktuelle Zahlen, die die gesamte Branche in den beiden vergangenen Jahren abbilden. Insofern muss man die Ankündigung von Enercon, über 800 Stellen zu streichen, als Donnergrollen betrachten.

Möglicherweise ist ein Unwetter im Anzug. Die große Koalition hat die Entwicklung der Windenergie in Deutschland gebremst, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Das kann man für plausibel halten.

Allerdings sollte die Politik verhindern, dass sich wiederholt, was mit der Solarindustrie passiert ist. Dutzende Milliarden Euro auch aus öffentlichen Kassen wurden in die Energiewende und den Aufbau des neuen Industriezweigs investiert. Trotzdem sind die großen Kraftwerkhersteller weitgehend aus Deutschland verschwunden. Auch vom einstigen Weltmarktkonzern Solarworld existieren nur noch Überreste. Die Bundesrepublik braucht Arbeitsplätze in modernen Branchen – und auch die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass sie überleben.

wirtschaft@schwaebische.de

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