Deutscher Aktienmarkt schließt uneinheitlich

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Deutsche Presse-Agentur

Nach den herben Vortagsverlusten hat sich der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch wieder etwas konsolidieren können. Allerdings reichte es nicht für durchgängige Gewinne bei den wichtigsten Indizes.

Beim Leitindex DAX standen zum Handelsende Gewinne von 0,54 Prozent auf 4530,09 Zähler zu Buche. Für den MDAX der mittelgroßen Werte zeigten die Kurstafeln indes ein Minus von 0,49 Prozent auf 5242,02 Punkte an. Der TecDAX gewann 0,51 Prozent auf 498,75 Punkte.

„Dass der Markt sich nach einem schwachen Start hat erholen können, ist ein gutes Zeichen“, sagte Fidel Helmer, Leiter des Wertpapierhandels bei Hauck & Aufhäuser. „Nachdem die Kurse zuvor in Erwartung des US-Bankenrettungsplans mehrere Tage in Folge gestiegen sind, war dann gestern mit der Bekanntgabe die Luft raus, und in der derzeitigen unsicheren Lage neigen die Anleger zu Gewinnmitnahmen.“

Eine uneinheitliche Entwicklung nahmen die Finanzwerte. Commerzbank-Aktien gaben als einer der größten Verlierer im DAX um 2,65 Prozent auf 3,680 Euro nach. Dagegen verteuerten sich Papiere der Deutschen Bank um moderate 0,11 Prozent auf 22,215 Euro. Die relative Stärke erklärte ein Analyst damit, dass der deutsche Branchenprimus bereits im vierten Quartal sein Risikopotenzial deutlich reduziert habe.

Anteilsscheine der Deutschen Börse mussten Kursverluste von 1,49 Prozent auf 38,35 Euro hinnehmen. Für Wirbel sorgte hier ein Pressebericht, demzufolge Bundesfinanzminister Peer Steinbrück im SPD-Wahlprogramm die erneute Einführung einer Börsenumsatzsteuer festschreiben will. „Eine solche Steuer würde die Handelsaktivitäten deutlich senken“, sagte ein Händler.

Stahlwerte entwickelten sich besser als der Markt. Händler verwiesen auf das an der Börse positiv aufgenommene Ergebnis des weltgrößten Stahlkonzerns ArcelorMittal. ThyssenKrupp-Titel gewannen 1,50 Prozent auf 18,23 Euro, für Salzgitter-Aktien ging es um 0,77 Prozent auf 62,58 Euro hoch. Im Index der mittelgroßen Werte gehörten Papiere von Fraport mit minus 5,75 Prozent auf 28,86 Euro zu den größten Verlierern. Der Flughafenbetreiber fertigte im Januar erneut weniger Passagiere ab. Auch das Frachtvolumen brach um knapp ein Viertel ein.

Bei Rheinmetall-Aktien sorgten Zahlen für letztlich überschaubare Kursverluste von 0,27 Prozent auf 26,21 Euro - im Handelsverlauf war es bis auf 25,01 Euro nach unten gegangen. Die Autoflaute bremste den Zulieferer im vergangenen Jahr aus und auch die gut laufende Rüstungssparte konnte die Einbußen nicht ausgleichen.

Der europäische Leitindex Dow Jones ging fast unverändert mit minus 0,01 Prozent bei 2267,90 Punkten aus dem Handel. In London und Paris erzielten die Aktienmärkte leichte Gewinne. Auch der US- Leitindex Dow Jones präsentierte sich zum europäischen Handelsschluss in positivem Terrain.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,00 (Vortag: 3,05) Prozent. Der Rentenindex REX fiel um 0,21 Prozent auf 120,51 Punkte. Der Bund Future gewann 0,85 Prozent auf 123,77 Punkte. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2938 (Dienstag: 1,2967) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7729 (0,7712) Euro.

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