Der Tourismus im Südwesten boomt

Lesedauer: 3 Min
Die Wallfahrtskirche Birnau ist ein barockes Juwel am Nordufer des Bodensees. Die Region ist bei Touristen besonders beliebt.
Die Wallfahrtskirche Birnau ist ein barockes Juwel am Nordufer des Bodensees. Die Region ist bei Touristen besonders beliebt. (Foto: Rasemann)
Landes-Korrespondentin

Der Tourismus in Baden-Württemberg verzeichnet zum fünften Mal in Folge Rekordwerte. Die am Dienstag vom Ministerium für Tourismus und Ländlichen Raum vorgelegten Zahlen für 2015 bestätigen damit das, was Minister Alexander Bonde (Grüne) jüngst während der Reisemesse CMT bereits prognostiziert hatte. Für die weiter steigenden Zahlen sei die Wirtschaft maßgeblich mitverantwortlich, betont der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK).

20,4 Millionen Gäste – ein Plus von 4,4 Prozent – haben im vergangenen Jahr den Südwesten besucht. Rund ein Viertel von ihnen kam aus dem Ausland. Die Übernachtungszahlen kletterten um 3,3 Prozent auf rund 50,8 Millionen. Demnach stieg die Zahl in zehn Jahren um zehn Millionen Übernachtungen.

Tourismusminister Bonde sieht anhand der Daten des Statistischen Landesamts ein klares Indiz für die Wetterabhängigkeit der Branche, ablesbar etwa am Übernachtungszuwachs im Juli bei hochsommerlichem Wetter um sechs Prozent. „Der Inlandstourismus ist und bleibt das tragende Rückgrat des baden-württembergischen Tourismus“, erklärt Bonde, sieht aber vor allem Wachstumsimpulse durch ausländische Gäste. Ihr Zuwachs lag bei 8,3 Prozent, ihre Übernachtungen stiegen um 7,6 Prozent.

Bonde sieht darin die Früchte des verstärkten Marketings im Ausland seit 2012. In diesem Jahr steht laut Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH, der 500. Geburtstag des deutschen Reinheitsgebots dabei im Fokus. Die 189Braustätten im Südwesten sollen ausländische Touristen ebenso locken wie etwa das Hopfenanbaugebiet in Tettnang.

Wirtschaft an Erfolg beteiligt

Der BWIHK vergleicht die Zahlen mit den wirtschaftlichen Krisenjahren 2008 und 2009 und kommt zum Ergebnis, dass Geschäftsreisende einen wesentlichen Anteil am Übernachtungsboom haben. Der Boom zeige sich auch an den Azubi-Zahlen in der Branche, die seit Jahren im Abwärtstrend lagen. Am Bodensee und im Schwarzwald habe es 2015 genauso viele oder mehr Ausbildungswillige gegeben wie im Vorjahr.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen