Der Gegner des Weltkonzerns

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Firmensitz des Automobilzulieferers Prevent in Warmenau bei Wolfsburg: Wer steckt hinter dem Boykott gegen Volkswagen?
Firmensitz des Automobilzulieferers Prevent in Warmenau bei Wolfsburg: Wer steckt hinter dem Boykott gegen Volkswagen? (Foto: Julian Stratenschulte)
Ressortleiter Wirtschaft

Ravensburg - Die beiden Zulieferer, die der Volkswagen AG so große Probleme bereiten, sitzen in Sachsen: Das Unternehmen Car Trim aus Plauen liefert Sitzbezüge, die Gießerei ES Automobilguss aus Schönheide Getriebeteile. Beide Unternehmen gehören nach Angaben der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ seit wenigen Monaten der im Juni 2014 gegründeten Finanzholding „Eastern Horizon“ mit Sitz Amsterdam. Vor der Übernahme hat ES Automobilguss fast 20 Jahre ohne Probleme mit dem Wolfsburger Weltkonzern zusammengearbeitet.

Hinter „Eastern Horizon“ steht die Zuliefergruppe Prevent, die ihren Hauptsitz zwar in Slowenien hat, aber lange von Bosnien aus operierte. Prevent gehört einer der reichsten Familien von Bosnien-Herzegowina: dem Unternehmer Nijaz Hastor mit seinen Söhnen Kenan und Damir. Ob das Unternehmen die Mehrheit an „Eastern Horizon“ hat oder ob weitere Investoren aus Bosnien und Brasilien die Hauptgesellschafter sind, wie die „FAZ“ vermutet, ist unklar. Prevent hat vergangene Woche auf jeden Fall klar gestellt, dass man keinen „Durchgriff“ auf ES Automobilguss und Car Trim habe.

Einiges deutet daraufhin, dass der Ursprung des Streites nicht in Sachsen, sondern in Brasilien zu suchen ist. Nach Informationen der „FAZ“ hat eine weitere Prevent-Tochter, der Sitzhersteller Keiper, wegen eines Streites mit VW Brasilien seine Lieferungen im Mai 2016 eingestellt. Auch die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet von einer Prevent-Tochter, die mit VW in Brasilien wegen „schwankender Qualität bei einem Entwicklungsauftrag“ uneins gewesen sei.

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