Den Krügerrand gibt’s nun auch in Silber

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Die neuen Krügerrand-Münzen.
Die neuen Krügerrand-Münzen. (Foto: OH)

Edelmetallanlegern ist der Name ein Begriff: der südafrikanische Krügerrand. Die wohl bekannteste und meist verkaufte Goldmünze der Welt gibt es seit dem 1. August nun auch in Silber. Der Edelmetallanbieter Rand Refinery, der die alleininge Prägerechte für den Krügerrand besitzt, stellte die neue Münze am Dienstag auf einer Werbetour in Frankfurt vor. Mit knapp vier Zentimeter Durchmesser, einer Gewichtsgröße von einer Unze (knapp über 31 Gramm) und dem eingeprägten Springbock – das Nationaltier Südafrikas – gleicht die Silbermünze dem berühmten Gold-Krügerrand. Wie Rand Refinery mitteilte, werde der silberne Krügerrand in unbegrenzter Auflage produziert und preislich an den jeweiligen Silber-Tageskurs gekoppelt. Dieser lag zuletzt bei 15,5 US-Dollar pro Feinunze, was umgerechnet 13,24 Euro entspricht.

Silber wird im Gegensatz zu Gold nicht nur von Anlegern oder für die Schmuckherstellung nachgefragt, sondern in größeren Mengen auch in der Industrie benötigt. Beispielsweise bei der Produktion elektronischer Geräte wie Smartphones oder Laptops sowie in der Medizintechnik und in der Automobil-Branche. Laut einer aktuellen Studie des „Silver Institute“ wird vor allem die fortlaufende Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien die Industrienachfrage nach Silber im kommenden Jahrzehnt deutlich steigen lassen. Besonders das Wachstum bei Elektromobilen und vor allem in der Solarenergie sei dafür verantwortlich. Auch deshalb stieg die Silbernachfrage aus dem industriellen Sektor 2017 zum ersten Mal seit 2013 wieder. Der Studie zufolge könnten bis Ende 2030 weltweit allein rund 820 Millionen Unzen Silber für Solaranwendungen benötigt werden.

„Der Silber-Krügerrand wird für diejenigen, die in Silber investieren möchten, eine verlässliche und weltweit anerkannte Anlagemünze von höchster Qualität darstellen – und das zu einem attraktiven Preis“, erklärte Richard Collocott, Marketing-leiter der Rand Refinery. Langfristig, so Collocott, wolle man den silbernen Krügerrand unter den drei beliebtesten Silbermünzen im Anlagebereich etablieren. Ein Ziel, das so unrealistisch nicht ist. Robert Hartmann, Geschäftsführer des Münchener Edelmetallhändlers Pro Aurum, registrierte bereits vor dem Verkaufsstart am 1. August zahlreiche Anfragen von Kunden. Und Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Geschäftsführer bei Degussa Goldhandel, glaubt, dass die neue Münze von der Bekanntheit der Marke Krügerrand profitiere.

Der Vorstoß von Rand Refinery kommt nicht von ungefähr: Die Südafrikaner hoffen, mit der derzeit rund 16 Euro teuren Silbermünze insbesondere junge Anleger an ein Edelmetallinvestment heranzuführen – in der Hoffnung, dass die Käufer sich auch mit den über 1000 Euro teuren Goldmünzen eindecken, sobald sie sich diese leisten können. Südafrikas Goldindustrie steckt in einer tiefen Krise. Hohe Produktionskosten haben die Margen der Förderer erodieren lassen, Entlassungen in großem Stil waren die Folge. Dass mit dem silbernen Krügerrand wohl vor allem die Goldindustrie Südafrikas gestützt werden soll zeigt auch die Tatsache, dass Rand Refinery das Edelmetall für das silberne Pendant aus den USA bezieht.

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