Dax-Erholung zum Wochenausklang

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Dax
Der Handelssaal der Börse in Frankfurt. (Foto: Frank Rumpenhorst / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der Dax hat nach seinem Kursrutsch am Vortag zum Wochenschluss moderat zugelegt. Der deutsche Leitindex schloss am Freitag mit einem Plus von 0,47 Prozent bei 12.419,90 Punkten.

Auf Wochensicht ist der Dax damit rund 1,3 Prozent nach oben geklettert. Der MDax rückte am Freitag um 0,48 Prozent auf 26.224,31 Punkte vor.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 endete 0,41 Prozent höher bei 3524,47 Punkten. Der französische Cac 40 schaffte es 0,57 Prozent nach oben, der FTSE 100 in London legte sogar um 0,80 Prozent zu. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Börsenschluss mit rund 0,1 Prozent nur minimal höher.

Am Donnerstag hatten Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi zu Konjunktur und Geldpolitik den Dax auf Talfahrt geschickt. Die Notenbank hatte zwar eine Senkung der Strafzinsen signalisiert, die Zinsen zunächst aber nicht angetastet. Nun geht der Blick der Anleger nach vorn: Am kommenden Mittwoch ist die US-Notenbank Fed mit ihrem Zinsentscheid an der Reihe, Experten rechnen fest mit einer Zinssenkung.

Hierzulande zählten die Aktien von Bayer mit einem Plus von 1,22 Prozent zu den Gewinnern im Dax. Der Pharma- und Agrochemiekonzern kommt in einem der wichtigen Glyphosat-Prozesse in den USA mit einer deutlich geringeren Strafzahlung davon. Bayer ist dort aber noch mit mehr als 13.400 Klagen wegen angeblicher Krebsgefahren von Produkten des von Bayer übernommenen US-Herstellers Monsanto konfrontiert.

Gut lief es auch für die Anteilsscheine von SAP mit einem Plus von 1,68 Prozent nach zumeist guten Zahlen großer US-Techfirmen. In der Folge war auch das Papier der Software AG gefragt. Vor allem die Aktie von Google-Mutter Alphabet legte nach Quartalszahlen an der Wall Street kräftig zu.

Die Adidas-Aktie markierte als Dax-Spitzenreiter in der Schlussauktion ein weiteres Rekordhoch bei 289,80 Euro und beendete den Handelstag mit einem Plus von 2,51 Prozent.

Die Aktie von BASF fand sich dagegen fast am Dax-Ende mit einem Minus von 1,31 Prozent wieder. Der Chemiekonzern hatte bereits am Vortag die Anleger mit einem unverändert pessimistischen Ausblick verschreckt. Nun kamen bei den Investoren Sorgen um den Pegelstand des Rheins infolge der Hitzewelle hinzu. Vergangenen Sommer hatte BASF Teile der Produktion am Standort Ludwigshafen wegen Niedrigwasser drosseln müssen.

Nach dem ereignisreichen Donnerstag stand zum Wochenschluss in Sachen Berichtssaison ein ruhigerer Tag auf dem Programm. Der Bausoftware-Hersteller Nemetschek profitierte im zweiten Quartal weiter von der Digitalisierung auf dem Bau. Der im MDax notierte Konzern überraschte zwar mit einer hohen operativen Marge, steigerte seine Erlöse aber nicht mehr ganz so rasant wie zu Jahresbeginn. Die Nemetschek-Aktie schloss 0,94 Prozent im Minus.

Der Finanzdienstleister Hypoport setzte im zweiten Quartal mehr um als im Vorjahreszeitraum. Nach vorläufigen Zahlen stiegen die Erlöse um rund 28 Prozent. Die im Nebenwerte-Index SDax notierte Aktie legte um 3,02 Prozent zu.

Großer Gewinner im SDax war Cancom. Der Cloud-Spezialist hatte sein Wachstum im zweiten Quartal beschleunigt, Analysten sprachen von exzellenten Zahlen. Die Papiere erklommen ein Rekordhoch und schlossen letztlich mit einem deutlichen Plus von 12,20 Prozent. Im Cancom-Kielwasser gewannen die Anteilsscheine des Wettbewerbers Bechtle an der MDax-Spitze 5,76 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von einem Rekordtief bei minus 0,43 Prozent, das am Vortag erreicht worden war, auf minus 0,40 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,13 Prozent auf 145,21 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,02 Prozent auf 174,19 Punkte nach. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1122 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1138 Dollar (Donnerstag: 1,1115) festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8978 (0,8997) Euro gekostet.

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