Datenaffäre: Bahn sichert weitere Aufklärung zu

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Deutsche Presse-Agentur

Wenn sich dabei strafrechtliche Verstöße bestätigen sollten, werde dies „Konsequenzen“ haben, sagte Bahnvorstand Otto Wiesheu am Mittwoch nach gut dreistündigen Befragungen im Verkehrsausschuss des Bundestages in Berlin. Einzelheiten solcher Konsequenzen nannte Wiesheu nicht.

Vielmehr stellte er sich hinter Vorstandschef Hartmut Mehdorn. Dieser habe von den großen Datenermittlungsaktionen nichts gewusst. Bei der ersten Aktion im Jahr 1998 habe er noch nicht dem Unternehmen angehört, sagte Wiesheu. Die Konzernrevision arbeite in diesem Bereich selbstständig.

Ihr werden in einem Zwischenbericht des Unternehmens Fehler bei der Korruptionsbekämpfung vorgehalten. Wiesheu sagte, jetzt sei die Prüfgesellschaft KPMG beauftragt, die Vorgänge bei der Bahn umfassend aufzuklären. Er hoffe, dass die Ergebnisse in der zweiten März-Hälfte vorliegen werden.

Zuvor hatten sich Vertreter aller Fraktionen über unzureichende Bahn-Informationen im Ausschuss beklagt. Sie bestehen auf einer Befragung auch von Mehdorn und des inzwischen beurlaubten Leiters der Revision, Josef Bähr. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wandte sich gegen vorschnelle Urteile in der Affäre.

Die Regierungschefin halte es für unangemessen zu spekulieren, wie die Bewertung ausfallen könnte, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg. Die Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat gingen „ohne Direktive“ in die Sondersitzung des Kontrollgremiums am kommenden Mittwoch.

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