Dürre lässt viele Christbäume eingehen - steigen nun die Preise?

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Die Christbäume für dieses Jahr haben kaum unter der Dürre im Sommer gelitten. Anders sieht es bei den neu gesetzten Jungpflanzen aus. (Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand)
Crossmedia Volontärin

Die Preise für Christbäume könnten in diesem Winter leicht steigen. Denn die Dürre im Sommer hat nicht nur der Ernte zahlreicher Landwirte zugesetzt, sondern auch den neu gesetzten Nadelbäumen. Viele Jungpflanzen sind aufgrund der Trockenheit und der hohen Temperaturen eingegangen. Die Experten sind sich jedoch uneins, ob die Dürre, gemeinsam mit anderen Produktionskosten, zu Preissteigerungen für den Käufer führen wird.

„Wir gehen davon aus, dass der laufende Meter des Christbaumes um rund 50 Cent bis einen Euro teurer wird“, sagt Saskia Blümel vom Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. Der Preis für eine Nordmanntanne, A-Qualität, der beliebteste Christbaum in Deutschland, liege dann bei 18 bis 24 Euro pro Meter. Als Grund für ihre Prognose sieht Blümel aber weniger die Dürre, sondern eher gestiegene Lohn- und Transportkosten.

Dass diese Kosten in den vergangenen Jahren gestiegen sind, kann auch Manfred Graf, Vorsitzender des Christbaumverbands Baden-Württemberg und selbst Produzent, bestätigen. Er glaubt allerdings nicht, dass die Preise für den Endverbraucher deshalb steigen werden. Zu hoch sei der Konkurrenzdruck unter den Christbaumhändlern, erklärt der 55-Jährige. „Wir sind nur ein ganz kleines Rad im großen Räderwerk“, sagt er. Auch der Großhandel BayWa AG teilte auf Anfrage der „schwaebische.de“ mit, dass die Preise für Christbäume bei ihm, im Vergleich zum Vorjahr, stabil bleiben werden.

Wir gehen davon aus, dass der laufende Meter des Christbaumes um rund 50 Cent bis einen Euro teurer wird.“ 

Saskia Blümel vom Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger

Manfred Graf verkauft jährlich rund 8000 bis 10.000 Nadelbäume auf seinem Hof in Bühl bei Baden-Baden und an den Großhandel. Vor allem die Annahme, dass die Dürre nun zu steigenden Preisen führen würde, sorgt bei ihm für Kopfschütteln.

„Die Nordmanntanne, die von vielen als Christbaum gekauft wird, kommt aus dem Kaukasus, wo es regelmäßig Dürren gibt. Damit kommt die Tanne sehr gut klar“, erklärt Graf. Zumindest auf die Bäume, die dieses Jahr gefällt werden, hatte der Sommer keinen Einfluss. Ob die in diesem Jahr eingegangenen Setzlinge sich früher oder später auf die Preise auswirken werden, ist laut Manfred Graf schwer einzuschätzen.

Eine Tanne brauche zwischen acht und zehn Jahren, um als Christbaum verkauft werden zu können. Die Preise für das Jahr 2027/28 vorauszusehen sei allerdings zu diesem Zeitpunkt ein reines „Ratespiel“. Zumal Weihnachtsbäume auch im Herbst angepflanzt werden könnten oder viele Produzenten nächstes Jahr mehr Setzlinge pflanzen können, um den Verlust wieder auszugleichen.

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