Carsharing- und E-Scooter-Anbieter gründen neuen Verband

E-Tretroller
E-Tretroller unweit des Brandenburger Tors in Berlin. (Foto: Christoph Soeder / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Neun Anbieter von Leihwagen und E-Tretrollern wollen ihre Interessen in einem neuen Verband bündeln.

„Wir haben als Freefloating-Unternehmen festgestellt, dass es viele Entscheidungen gab, die uns zwar betrafen, bei denen wir in den entscheidenden Diskussionsrunden aber nicht dabei waren“, sagte Christoph Egels, der neben seiner Sprecherfunktion beim E-Scooter-Verleiher Voi auch für die Leihroller-Seite des neuen Verbands sprechen soll. Die Firmen haben daher bereits Mitte Januar die „Plattform Shared Mobility“ gegründet, in der die E-Scooter-Verleiher Bird, Dott, Lime, Tier, Spin und Voi sowie die Carsharing-Anbieter Miles, Share Now und Weshare vertreten sind.

Die Unternehmen wollen in dem Verband „zukünftig ihre Belange stärker gemeinsam vertreten und kommunizieren, um so weiter an Gewicht in der öffentlichen und politischen Diskussion zu gewinnen“. Gleichzeitig gehe es darum, für Politik und Medien einen weiteren zentralen Ansprechpartner beim Thema „Shared Mobility“ zu etablieren. Der Verband will auch neue Studien und Untersuchungen anstoßen.

Die sich nun zusammenschließenden Unternehmen verfolgen allesamt das Freefloating-Modell. Sie verteilen also ihre Fahrzeuge überall in der Stadt und verzichten auf feste Stationen. Die Nutzer können die Roller oder Autos per App finden, ausleihen und nach der Fahrt an jedem beliebigen Standort wieder abstellen. Damit auch immer ein Auto oder ein Scooter in der Nähe der Kunden steht, müssen die Flotten deutlich größer sein als etwa die von stationsbasierten Anbietern.

Das stößt auf Kritik: Viele ärgern sich über achtlos abgestellte Scooter, die die Gehwege versperren. Den Auto-Anbietern wiederum wird vorgeworfen, die Zahl der Pkw in den Städten eher zu erhöhen als zu reduzieren und ihren Dienst aus wirtschaftlichen Gründen nur in den Innenstadtbereichen großer Städte anzubieten - also dort, wo der Öffentliche Nahverkehr in der Regel ohnehin gut ausgebaut ist.

Der Bundesverband Carsharing (BCS) veröffentliche vor rund einer Woche Zahlen, wonach alle Freefloating-Autoverleiher in Deutschland rund 14.200 Fahrzeuge betreiben, aber nur in 15 deutschen Städten vertreten sind. Stationsbasierte Anbieter verfügen hingegen über rund 12.000 Autos, bieten den Service aber in mehr als 850 Städten an.

Mit der neuen Plattform wollen die Anbieter solchen Vorwürfen nun geschlossener entgegentreten und auch mit Studien die Effekte der noch vergleichsweise jungen Angebote untersuchen lassen. Ziel sei außerdem, sich als zentraler Ansprechpartner für Städte und Kommunen aufzustellen und sich auch mit anderen Verbänden zu vernetzen. Der Verband soll aus zwei Arbeitsgruppen bestehen, eine für die Autoverleiher und eine für die E-Tretroller-Anbieter.

© dpa-infocom, dpa:210222-99-541166/2

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Impftermin-Ampel: Jetzt freie Corona-Impftermine in Ihrer Region finden

Mehr holprig als reibungslos läuft seit einigen Wochen die Corona-Impfkampagne in ganz Deutschland. Vornehmlich alte oder pflegebedürftige Menschen werden in den meisten Bundesländern zuerst geimpft.

Doch selbst wer zur aktuellen Zielgruppe gehört, hat es gerade schwer, einen Termin zu bekommen. Regionale Impfzentren haben - wenn überhaupt - nur wenige freie Termine, die schnell vergeben sind. Daneben fällt es schwer zu verstehen, welche Alternativen zum Impfzentrum vor Ort es noch gibt.

Am Montag geöffnet, am Freitag schon wieder zu: Die Kinder der Grundschule Achberg müssen nun wieder von Zuhause aus lernen – un

Südafrikanische Mutation: Ein Kind positiv getestet, 150 Achberger in Quarantäne

In Achberg droht sich die Infektionslage zuzuspitzen: Seit Samstag sind 150 Menschen in Quarantäne. Nachdem ein Schulkind an Corona erkrankt ist und zahlreiche Lehrkräfte als Kontaktpersonen gelten, musste die Schule am Freitag geschlossen werden (die LZ berichtete). Jetzt steht fest: Das Kind hat sich mit der südafrikanischen Mutation infiziert. Auch eine Lehrerin ist infiziert, ob auch hier eine Mutation vorliegt, steht noch nicht fest.

Der Fall ist relativ komplex.

 Sebastian Freytag

Nach schlaflosen Nächten und deprimierenden Zahlen bereitet Klinikum Normalbetrieb vor

Die Coronazahlen im Kreis Tuttlingen haben sich beruhigt, die Inzidenzzahlen fallen. Wie wirkt sich das auf den Klinikbetrieb aus? Redakteurin Ingeborg Wagner hat sich mit Sebastian Freytag, Geschäftsführer des Klinikums Landkreis Tuttlingen, darüber unterhalten.

Herr Freytag – heißt das, dass Sie im Klinikum langsam wieder auf Normalbetrieb umsteigen können?

Ja, das ist so. Wir waren seit November gezwungen, den Betrieb in Spaichingen weitgehend zu reduzieren.

Mehr Themen