Bundesbank-Chef rechnet mit Trendwende in der Krise

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Deutsche Presse-Agentur

Bundesbank-Präsident Axel Weber rechnet im Herbst mit einer Erholung der kriselnden Konjunktur. „Es braucht Zeit, bis alle Maßnahmen wirken.

Ich rechne aber damit, dass die Wirtschaft schon im Herbst wieder leicht wachsen kann und sich die Konjunktur 2010 weiter erholt“, sagte Weber der „Bild“-Zeitung (Montag). Es mache ihm allerdings „Sorge, dass es noch nicht gelungen ist, die Krise an den Finanzmärkten einzudämmen“ - trotz staatlicher Rettungspakete für die gebeutelten Banken.

Weber betonte, die staatliche Beteiligung an der Commerzbank mit 25 Prozent plus einer Aktie sei durch die Krise erforderlich geworden. Das bedeute aber nicht, dass der Staat der bessere Banker sei. Solche Beteiligungen sollten „so gering wie möglich gehalten werden und auch zeitlich begrenzt sein“, mahnte der Bundesbank- Präsident. „Die Schieflagen einiger Landesbanken haben gezeigt, dass der Staat als Banker keine unternehmerisch besseren Entscheidungen trifft als private Banken.“

Der Idee einer „Bad Bank“, in die Banken hochproblematische Risikopapiere übertragen könnten, erteilte Weber eine Absage: „Ich sehe derzeit keine Notwendigkeit dafür und die Bundesbank bereitet auch keine "Bad Bank" vor. Die vereinbarten Maßnahmen im Stabilisierungspaket reichen aus, um Banken - wenn erforderlich - von Risikopapieren zu befreien.“

Nach Webers Ansicht ist die aktuelle Rezession Deutschlands die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. „Die Probleme an den Märkten und auch die Heftigkeit des Einbruchs hat es in dieser Dimension in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben“, sagte der Notenbankchef. „Der wirtschaftliche Abschwung ist stärker und weltweit umfassender, als wir das erwartet haben.“ Hoffnung mache ihm die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die drastische gesunkene Inflationsrate. „Die gegenwärtige Krise wird nicht zu neuer Massenarbeitslosigkeit führen“, sagte Weber.

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