Britischer Handelsminister: Ära der G 8 vorbei

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Deutsche Presse-Agentur

Der G20-Gipfel in der kommenden Woche in London wird nach Worten des britischen Handelsministers Peter Mandelson ein Markstein sein für die Neubestimmung der globalen Machtverhältnisse.

„Der Gipfel in London ist der Auftakt für eine neue Weise, Dinge auf der Welt zu entscheiden“, sagte er am Donnerstagabend (Ortszeit) in einem Vortrag vor Unternehmern in São Paulo in Brasilien. Die Reformen, die bei dem Treffen in London auf den Weg gebracht würden, seien Signal dafür, dass die „Ära der G8 (der acht wichtigsten Industriestaaten der Welt) vorbei ist“, sagte Mandelson, der den britischen Premier Gordon Brown auf seiner Brasilien-Reise begleitet.

Zwar räumte Mandelson ein, dass noch nicht klar sei, wie das neue Entscheidungssystem aussehen werde. Aber er prognostizierte, dass die Schwellenländer mehr Entscheidungsgewalt und auch mehr Verantwortung bei der Suche nach Auswegen aus der internationalen Finanzkrise haben würden. Der G20-Gipfel werde nächste Woche keine sofortigen Lösungen, aber doch Hinweise für zukünftige Wege bringen. Es gehe dabei vor allem um Vertrauen, betonte der Minister. „Das Vertrauen, dass wir den Kurs kennen für ein Ende der Marktprobleme, das Vertrauen, dass wir aus vergangenen Fehlern gelernt haben, und das Vertrauen in die Zukunft.“

Zuvor hatte Premierminister Brown einen globalen Kreditfonds in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar (rd. 74 Mrd. Euro) vorgeschlagen. Er werde bei dem Gipfel am 2. April um eine Ausweitung des Kreditrahmens um „mindestens“ 100 Milliarden Dollar bitten, um so den weltweiten Handel zu beleben, sagte Brown am Donnerstag nach einem Treffen mit Brasiliens Staatspräsidenten Luiz Inácio Lula da Silva in Brasília. Weitere Einzelheiten nannte Brown nicht. Beide Politiker sprachen sich bei dem Treffen für eine neue Regulierung der Finanzsysteme und gegen Protektionismus aus.

Brown betonte, viele Unternehmen könnten wegen fehlender Kredite keine Geschäfte mehr machen. „Die internationale Staatengemeinschaft darf dies nicht zulassen.“ Der brasilianische Außenminister Celso Amorim verwies darauf, dass der Vorschlag für den Kreditfonds bereits von den G20-Mitgliedern diskutiert werde. Es sei aber das erste Mal, dass Details bekannt würden. Brasilien werde sich so weit wie möglich an dem Fonds beteiligen.

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