Bedauerliche Egotrips
Bedauerliche Egotrips (Foto: Roland Rasemann)
Steffen Range

Die Piloten der Lufthansa drohen mit dem 13. Streik seit April 2014. Die Flugkapitäne verweigern sich dem Vorhaben von Vorstandschef Carsten Spohr, den Konzern in eine Premiumsparte und einen Billigflieger zu spalten.

Für Deutschlands bedeutendste Fluggesellschaft steht viel auf dem Spiel: Scheitert Spohr, dann wird die stolze Lufthansa unweigerlich zwischen den staatlichen Airlines aus Arabien und den Billigfliegern aus Großbritannien zerrieben.

Die Gewerkschaft erhebt sich allerdings nicht, weil sie ihren Arbeitgeber bedroht sieht. Sie fürchtet um Privilegien. Erst streikten die Piloten, um gefällige Vorruhestandsregelungen und eine luxuriöse Alterssicherung zu bewahren. Nun kämpfen sie für ein Gehaltsgefüge, das sich die Lufthansa längst nicht mehr leisten kann.

Der Egoismus der Lufthansa-Kapitäne ist bezeichnend für den Zustand Deutschlands insgesamt. Eine satte Generation mit guten Arbeitsverträgen verteidigt verbissen Vergünstigungen einer vergangenen Welt. Das große Ganze gerät aus dem Blick, unvermeidliche Einschnitte werden auf nachfolgende Generationen abgewälzt. Nicht anders verhält sich die Gewerkschaft bei der Rente mit 63, von der gut situierte, ältere Facharbeiter profitieren. Es sind bedauerliche Egotrips auf Kosten der Gesellschaft und zu Lasten jüngerer Menschen.

s.range@schwaebische.de

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