Bauern protestieren gegen niedrige Milchpreise

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Deutsche Presse-Agentur

Mehrere hundert Bauern aus ganz Deutschland haben gegen die extrem niedrigen Milchpreise protestiert. Auf einer Kundgebung anlässlich der Agrarministerkonferenz in Magdeburg sowie mit einem Traktoren-Korso forderten sie am Donnerstag rasche Hilfen der Politik.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sagte, nötig sei ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern, Bauern, Milchwirtschaft und Einzelhandel. Zudem appellierte sie vor allem an die Lebensmitteldiscounter, mit Milch und Milchprodukten keinen Preiskampf zu führen. „Das darf nicht sein.“

Die Agrarminister beraten bis Freitag, wie den deutschen Milchviehbetrieben geholfen werden kann. Unter anderem geht es um die Verwendung von bis zu 90 Millionen Euro, mit denen die Milchbauern aus dem EU-Konjunkturpaket rechnen können. Aigner schlug in einem dpa-Gespräch vor, das Geld vor allem für die Investitionsförderung oder als Zulage für Betriebe in benachteiligten Gebieten einzusetzen.

Zu den Ursachen für die niedrigen Milchpreise, die die Bauern von den Molkereien erhalten, zählen der harte Preiswettbewerb im Handel und ein weltweiter Rückgang der Nachfrage.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter forderte daher, die EU-Milchquote - also eine Mengenbegrenzung - nicht wie geplant weiter anzuheben. Aigner hatte sich mit dieser Forderung auf der Konferenz mit ihren EU-Kollegen am Montag in Brüssel nicht durchsetzen können. „Sollte es bei den aktuellen Erzeugerpreisen für Milch bleiben, sind 120 000 Arbeitsplätze gefährdet“, sagte Verbandssprecher Hans Foldenauer. „Vielen Betrieben steht das Wasser bis zu Hals.“

Mehrere Länder-Agrarminister äußerten Verständnis für die Notlage vieler Milcherzeuger. „Der Verbraucher muss wissen, dass es nicht zusammenpasst, wenn am Ende Wasser teurer ist als die Milch“, sagte Hessens Ressortchefin Silke Lautenschläger (CDU). „Die Entwicklung des Milchpreises macht uns größte Sorge“, sagte ihr bayerischer Kollege Helmut Brunner (CSU). Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) bezeichnete die weitere Erhöhung der EU- Milchquote als „Irrsinn des Jahrhunderts“.

Wegen der niedrigen Preise, die sie von den Molkereien bekommen, sehen sich viele Landwirte in ihrer Existenz bedroht. Im Januar lag der Milchpreis mit durchschnittlich 25,5 Cent pro Liter um fast 14 Cent niedriger als vor einem Jahr. Laut Deutschem Bauernverband setzte sich dieser Trend auch im Februar und März fort.

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