Auch Memmingen betroffen: Ryanair streicht wegen Streik 250 Flüge

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Ryanair Piloten
Mitten in der Urlaubs-Hochsaison weiten die Piloten der Airline ihren Ausstand auf die Bundesrepublik aus. (Foto: Niall Carson / DPA)
Agence France-Presse
Deutsche Presse-Agentur
Mit dem Pilotenstreik drohen den Passagieren mitten in der Ferienzeit Verspätungen und Flugausfälle. Ansprüche auf Entschädigungen und Ersatzleistungen sind jedoch bei Streiks eng begrenzt.

 

INFORMATIONEN:

Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

 

BAHNFAHREN, STORNIEREN ODER UMBUCHEN:

Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann.

 

VERSPÄTUNG:

Bei Flügen bis zu 1500 Kilometern haben Fluggäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungsleistungen - also Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3500 Kilometern nach vier Stunden.

 

PÜNKTLICHKEIT:

Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und Reisende ihn dann verpassen.

 

ENTSCHÄDIGUNG:

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein „außergewöhnlicher“ Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks aber wie miserables Wetter als außergewöhnlichen Umstand. Entschädigungen gibt es daher nicht.

Ausfälle und Verspätungen auch in Memmingen und Stuttgart: Der Pilotenstreik bei Ryanair betrifft fast alle in Deutschland stationierten Maschinen. Das müssen Passagiere jetzt wissen.

Passagiere des Billigfliegers Ryanair müssen sich am Freitag nun auch in Deutschland wegen eines Streiks auf Flugausfälle und -verspätungen gefasst machen. Mitten in der Urlaubs-Hochsaison weiten die Piloten der Airline ihren Ausstand auf die Bundesrepublik aus.

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) rief alle angestellten Piloten an den deutschen Ryanair-Basen für den 10. August zu einem 24-stündigen Streik auf.

Von dem Arbeitskampf, der am Freitag um 3.01 Uhr beginnen und am Samstag um 2.59 Uhr enden soll, seien 250 Flüge betroffen. Das sei das komplette Programm, dass Ryanair an dem Tag mit Flugzeugen fliegen würde, die in Deutschland stationiert sind, sagte Marketing-Chef Kenny Jacobs. Alle Flughäfen bis auf Baden-Baden seien betroffen.

Rund ein Drittel der deutschen Kunden werde aber auch am Freitag fliegen können, weil ihr Flugzeug aus einem nicht bestreikten Land komme. Die bereits gestrichenen 146 Flüge kommen noch obendrauf.

Am Allgäu Airport in Memmingen werde nach Flughafen-Angaben folgende Verbindungen gestrichen:

  • FR 1878 nach Thessaloniki um 06:05 Uhr , FR 1879 aus Thessaloniki um 10:50 Uhr
  • FR 1189 nach Sevilla um 11:35 Uhr , FR 1188 aus Sevilla um 17:35 Uhr
  • FR 5026 nach Warschau um 18 Uhr, FR 5025 aus Warschau um 21:55 Uhr

Kunden könnten kostenfrei umbuchen oder ihr Geld zurückbekommen, sagte Jacobs. Zuvor hatte sich die deutsche Gewerkschaft Vereinigung Cockpit den ebenfalls für Freitag geplanten Streiks in Irland, Belgien und Schweden angeschlossen.

Bei den Piloten haben bisher einzig die Iren an vier einzelnen Tagen die Arbeit niedergelegt. Ein Warnstreik der VC in Deutschland war im vergangenen Dezember ohne Flugausfälle geblieben, weil Ryanair ausreichend Ersatzpiloten mobilisieren konnte.

VC-Chef Martin Locher warf der Fluggesellschaft vor, eine Lösung am Verhandlungstisch zu blockieren und für die Eskalation allein die Verantwortung zu tragen. „Ryanair hat in den Verhandlungen jedwede Personalkosten-Erhöhung kategorisch ausgeschlossen. Gleichzeitig hat Ryanair zu keinem Zeitpunkt erkennen lassen, an welchen Stellen Spielräume zur Lösungsfindung bestehen“, erklärte der Gewerkschafter.

Vor zwei Wochen hatten streikende Flugbegleiter in Spanien, Portugal und Belgien Ryanair gezwungen, innerhalb von zwei Tagen rund 600 Flüge mit zusammen etwa 100 000 betroffenen Passagieren abzusagen.

Beide Berufsgruppen wollen bessere Gehälter und Arbeitsbedingungen bei der irischen Airline durchsetzen, die sich jahrzehntelang gegen Gewerkschaften und tarifliche Vereinbarungen gewehrt hatte. Dazu müssen jeweils nationale Tarifverträge abgeschlossen werden, die Gewerkschaften koordinieren sich aber europaweit untereinander.

Mit dem Pilotenstreik drohen den Passagieren mitten in der Ferienzeit Verspätungen und Flugausfälle. Ansprüche auf Entschädigungen und Ersatzleistungen sind jedoch bei Streiks eng begrenzt.

 

INFORMATIONEN:

Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

 

BAHNFAHREN, STORNIEREN ODER UMBUCHEN:

Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann.

 

VERSPÄTUNG:

Bei Flügen bis zu 1500 Kilometern haben Fluggäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungsleistungen - also Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3500 Kilometern nach vier Stunden.

 

PÜNKTLICHKEIT:

Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und Reisende ihn dann verpassen.

 

ENTSCHÄDIGUNG:

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein „außergewöhnlicher“ Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks aber wie miserables Wetter als außergewöhnlichen Umstand. Entschädigungen gibt es daher nicht.

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