Auch Frankreich steckt tief in der Rezession

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Deutsche Presse-Agentur

Trotz wachsender privater Konsumausgaben rutscht Frankreich in die Rezession. Im vierten Quartal 2008 brach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,2 Prozent ein. Für das Gesamtjahr habe sich das Wachstum nun von 2,1 auf 0,7 Prozent verlangsamt, teilte das Statistikamt INSEE in Paris mit.

Wirtschaftsministerin Christine Lagarde rechnet für 2009 nun mit einer Schrumpfung der Wirtschaft um ein Prozent. Das bedeute keine Verschlechterung der Lage, weil Frankreich rechnerisch mit einer Wachstumsvorgabe von minus 0,9 Prozent in das Jahr gehe. Bislang hatte die Regierung wegen der Konjunkturmaßnahmen auf ihrer Wachstumsprognose für 2009 von 0,2 bis 0,5 Prozent beharrt. Die Banque de France erwartet für das laufende Quartal eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent.

Der Rückgang im Schlussquartal 2008 war der stärkste seit der Ölkrise 1974. Die Exporte brachen um 3,7 Prozent ein und die Investitionen schrumpften um 1,5 Prozent. Das konnte das Wachstum des privaten Konsums um starke 0,5 Prozent nicht ausgleichen. Alleine 0,9 Prozent BIP-Schrumpfung geht darauf zurück, dass die Autobranche und anderen Branchen die Produktion senkten, um die Läger abzubauen. Die Unternehmen wollen laut INSEE im laufenden Jahr ihre Investitionen um weitere zwölf Prozent drosseln. Volkswirte sehen darin eine Bestätigung der Strategie der Regierung, zur Konjunkturankurbelung vor allem die Investitionen zu fördern und nicht - wie von Gewerkschaften und Opposition verlangt - den privaten Konsum.

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