Allianz-Vorstand verdient 2008 deutlich weniger

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Der Vorstand von Europas größtem Versicherungskonzern Allianz hat wegen des Milliardenverlusts im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als im Vorjahr.

Die Gesamtbezüge der elf Vorstände sanken um 32 Prozent auf 26,3 Millionen Euro, wie aus dem am Freitag in München veröffentlichten Geschäftsbericht der Allianz hervorgeht. Konzernchef Michael Diekmann verdiente mit 3,8 Millionen Euro rund 27 Prozent weniger als vor einem Jahr.

2008 hatte der Versicherer wegen milliardenschwerer Belastungen durch das Sorgenkind Dresdner Bank, das im Januar an die Commerzbank verkauft wurde, ein Minus von 2,4 Milliarden Euro eingefahren. Es war erst der zweite Jahresverlust in der 119-jährigen Geschichte des Konzerns.

Der Anfang des Jahres aus dem Vorstand ausgeschiedene frühere Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter musste sich 2008 mit 1,06 Millionen Euro und damit fast zwei Drittel weniger als 2007 zufriedengeben. Er erhält allerdings - wie bereits bekannt - zudem für die vorzeitige Auflösung seines Arbeitsvertrags eine Abfindung von knapp 3,6 Millionen Euro. Die Dresdner Bank war mit einem Minus von 6,4 Milliarden Euro der Grund für den zweiten Jahresverlust des größten europäischen Versicherers.

Eine Prognose für das laufende Jahr wagt der Versicherer angesichts der anhaltenden Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten weiterhin nicht. „Wir befinden uns im schwersten wirtschaftlichen Abschwung seit Jahrzehnten, und in diesem Umfeld ist eine verlässliche Ergebnisprognose für 2009 nicht möglich“, hieß es in dem Geschäftsbericht.

„Die Kennzahlen des operativen Geschäfts sind solide“, hieß es in dem Bericht weiter. „Der Hauptanteil unserer operativen Erträge stammt aus dem Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft, das von der Finanzmarktkrise am wenigsten betroffen ist.“ Selbst wenn eine schwere Rezession zu einem Umsatzrückgang führen würde, sei der kurzfristige Einfluss auf das operative Ergebnis nicht signifikant. „Unsere Dividenden- und Zinseinkünfte sind robust“, erklärte das Unternehmen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen