Allianz spürt Krise in der Autoversicherung

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Deutsche Presse-Agentur

Der Versicherungskonzern Allianz stellt sich nach einem deutlichen Gewinnanstieg in seinem Deutschlandgeschäft auf ein schwieriges Jahr 2009 ein.

In der Kfz-Versicherung macht die Absatzkrise in der Automobilindustrie und der anhaltende Preiskampf dem Unternehmen zu schaffen. Aber auch in der Lebensversicherung spürt die Allianz Deutschland AG in der Finanz- und Wirtschaftskrise die Zurückhaltung der Unternehmen bei der betrieblichen Altersvorsorge.

Zudem schreckten die Privatkunden davor zurück, sich längerfristig finanziell zu binden. Eine konkrete Prognose für dieses Jahr gab Allianz-Deutschland-Chef Gerhard Rupprecht angesichts der Unsicherheiten am Markt nicht ab. Nach der tiefgreifenden Neuordnung sieht er das Unternehmen aber für das schwierige Umfeld gewappnet.

In der Autoversicherung, die den Löwenanteil der Schaden- und Unfallversicherung der Allianz Deutschland ausmacht, erwartet Rupprecht ein weiter rückläufiges Geschäft. „Die Absatzkrise in der Automobilindustrie führt zu weniger Neuzulassungen. Das senkt die Nachfrage in der Autoversicherung, die ohnehin durch intensiven Preiswettbewerb gekennzeichnet ist.“ Bereits 2008 nahmen die Beitragseinnahmen in der Kfz-Versicherung um fast vier Prozent auf 3,4 Milliarden Euro ab. Mittlerweile hat die Allianz noch 8,75 Millionen versicherte Fahrzeuge im Bestand, die Neubeiträge schrumpften im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent.

Positive Effekte erhofft sich das Unternehmen zwar durch die Abwrackprämie für Altautos. So seien in den ersten Monaten dieses Jahres fast 30 Prozent mehr Versicherungsangebote erstellt worden, sagte Rupprecht. In der Haftpflichtversicherung nutze das aber nichts, da alte Autos einfach durch neue ersetzt würden, sagte Rupprecht. Im Preiskampf der Branche sieht er mittlerweile die Talsohle erreicht. Selbst wenn es aber zu den fälligen Preiserhöhungen am Markt komme, werde sich dies erst im kommenden Jahr bemerkbar machen.

In der Lebensversicherung hielten sich die Firmenkunden bei der externen Ausfinanzierung ihrer Pensionsrückstellungen zurück. Die Beitragseinnahmen blieben aber mit 13,5 Milliarden Euro nahezu stabil. Grundsätzlich dürfte die Bedeutung der klassischen Lebensversicherung als langfristige Altersvorsorge gerade in der Krise aber wieder zunehmen, erwartet Rupprecht. „Wir sehen deshalb gute Chancen, den Anteil der Lebensversicherung am Geldvermögen der Bürger auszubauen.“

Im vergangenen Jahr konnte die Allianz Deutschland ihren Überschuss um 19,2 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro steigern. Neben Immobilienverkäufen profitierte das Unternehmen dabei auch von Terminverkäufen und Einsparungen durch den Unternehmensumbau. Die Beiträge verringerten sich dagegen leicht um 0,4 Prozent auf 26 Milliarden Euro.

Der Konzern hatte sein deutsches Geschäft mit Sach-, Lebens- und Krankenversicherungen unter dem Dach der Allianz Deutschland AG gebündelt und dabei tausende Arbeitsplätze abgebaut.

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