Allianz-Chef: Dividenden trotz Krise ausschütten

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Der Vorstandschef des Versicherungskonzerns Allianz, Michael Diekmann, hat die Ausschüttung von Dividenden an Aktionäre auch in Krisenzeiten verteidigt. „Die Kritik der Politik an Dividendenzahlungen ist ein verheerendes Signal nach außen“

Dies sagte Diekmann der „Süddeutschen Zeitung“. Zuletzt hatte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück die deutschen Unternehmen aufgefordert, in diesem Jahr auf Ausschüttungen an Aktionäre zu verzichten und Gewinne stattdessen in die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu investieren.

Diekmann sagte, Dividenden seien notwendig, um internationale Investoren in Deutschland zu halten. „Wir brauchen Privatbeteiligungen für einen liquiden, gut funktionierenden Kapitalmarkt“, erklärte der Allianz-Chef. Andernfalls werde es für den Bund schwierig, seine Beteiligung an Unternehmen künftig wieder zu veräußern. Die Allianz will trotz eines Jahresverlustes von 2,4 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr eine Dividende von 3,50 Euro pro Aktie zahlen. Im Vorjahr waren es noch 5,50 Euro.

Diekmann erklärte zudem, warum die Allianz den Investmentbankern der Dresdner Bank im vergangenen Jahr noch Boni in Höhe von 400 Millionen Euro zugesichert habe. Das Unternehmen sei dabei vor allem den Empfehlungen der britischen Finanzaufsicht FSA gefolgt, die angesichts der Diskussion über einen möglichen Verkauf der Dresdner Bank vor der Abwanderung von vielen Bankern und daraus folgenden Risiken für die Dresdner Bank gewarnt habe. „Viele Investmentbanker drohten uns über Nacht davonzulaufen“, sagt Diekmann, „die britische Finanzaufsicht hat uns aufgefordert, die Investmentbank zu stabilisieren und das Risiko einer Personalflucht aufgezeigt.“

Zugleich kritisierte der Allianz-Chef, dass sich die Banken auch in der Finanzkrise immer noch gegenseitig Investmentbanker mit hohen Gehältern abwerben. „Trotz der öffentlichen Diskussion läuft das System hinter den Kulissen schön weiter.“ Solange es keine allgemeinen Gesetze gebe, die das einschränkten, gelte „immer noch das Gesetz des Dschungels.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen