Ärger über Bonuszahlungen für AIG-Manager

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Nach der Rettung des amerikanischen Versicherungsriesen AIG sind US-Staatsgelder von rund 120 Milliarden Dollar an Geschäftspartner in den USA und weltweit geflossen.

Für noch mehr Aufregung sorgt in Amerika allerdings die Nachricht über geleistete Bonuszahlungen von insgesamt 450 Millionen Dollar ausgerechnet an die Manager der Finanzmarktsparte des Versicherers.

Diese allein hatte im vergangenen Jahr einen monumentalen Verlust von 40,5 Milliarden Dollar eingefahren. Präsidentenberater Lawrence Summers bezeichnete die Boni im US-Fernsehsender ABC als empörend. Zugleich räumte er ein, dass es keine Alternative dazu gegeben habe, die Kontrakte von AIG zu erfüllen, die zum Abfluss der Staats-Milliarden geführt haben.

Von den US-Staatsgeldern bekam die Deutsche Bank knapp zwölf Milliarden Dollar, wie aus Unterlagen des Versicherers hervorgeht. Die Gelder gingen an AIG-Geschäftspartner zumeist in Erfüllung von Terminkontrakten oder zur Aufstockung von Sicherheiten für frühere Geschäfte. Das gigantische Volumen macht noch deutlicher, wie verheerend die Folgen eines Zusammenbruchs von AIG für das weltweite Finanzsystem gewesen wären. In den USA nimmt unterdessen die Kritik daran zu, dass Staatsgeld in dieser Höhe überall in der Welt verteilt wurde.

Gut 50 Milliarden Dollar musste AIG aufwenden, um faule Immobilien-Papiere abzufedern. Weitere mehr als 40 Milliarden Dollar verschlang das Wertpapier-Leihgeschäft. Rund 24 Milliarden Dollar gab die US-Notenbank aus, um vom Ausfall bedrohte Immobilien-Papiere aufzukaufen.

Die Liste der Geschäftspartner, an die das Geld floss, ist lang. In Europa bekam neben der Deutschen Bank die französische Société Générale ebenfalls rund zwölf Milliarden Dollar. In Amerika gingen fast 13 Milliarden Dollar an die Investmentbank Goldman Sachs. Amerikanische Kommunen erhielten gut zwölf Milliarden Dollar. Vor einigen Wochen waren bereits erste Berichte über die Verteilung der Gelder aufgetaucht, doch das Volumen der Mittelabflüsse kam damals nur etwa halb so hoch vor.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen