Zweifel an Existenz des „Phantoms von Heilbronn“

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Deutsche Presse-Agentur

Das von der Polizei fieberhaft gesuchte „Phantom von Heilbronn“, dem mehrere Morde angelastet werden, hat es möglicherweise nie gegeben.

Das Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart untersucht, ob Wattestäbchen, mit denen Spuren an Tatorten gesichert wurden, schon vorher mit DNA verunreinigt waren. Dies hatte zuvor „stern.de“ berichtet. So sollen dem Bericht zufolge Spuren an mindestens 40 verschiedenen Tatorten irrtümlich dem „Phantom“ zugeordnet worden sein.

Wie die Staatsanwaltschaft Heilbronn berichtete, geht das LKA seit April 2008 intensiv der Möglichkeit einer Fremdverunreinigung nach. Im Kriminaltechnischen Institut des LKA in Stuttgart seien in diesem Zeitraum bereits mehrere hundert unbenutzte Wattestäbchen als sogenannte Leerproben untersucht worden. „Diese Untersuchungen verliefen ohne Ergebnis und ergaben keinen Hinweis auf Fremdkontaminationen“, heißt es in der Mitteilung weiter. Dieser Hypothese wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Heilbronn seit Februar verstärkt nachgegangen.

Die „Frau ohne Gesicht“, mittlerweile die meistgesuchte Verbrecherin Deutschlands, wird mit sechs Morden und einem weiteren Todesfall in Verbindung gebracht. Die Polizei verdächtigt die als äußerst gefährlich geltende Serienverbrecherin, Ende April 2007 in Heilbronn eine 22 Jahre alte Polizistin kaltblütig erschossen zu haben. Für ihre Ergreifung ist mittlerweile eine Belohnung von 300 000 Euro ausgesetzt.

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