Zur Person: Samar Badawi, die Unbeugsame

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Samar Badawi ist in Saudi-Arabien verhaftet worden.
Samar Badawi ist in Saudi-Arabien verhaftet worden. (Foto: AFP)

Ihre Verhaftung Ende Juli ist einer der Auslöser für die Staatskrise zwischen Kanada und Saudi-Arabien. Gefängnismauern sind für die Frauenrechtsaktivistin Samar Badawi allerdings kein neuer Anblick. Mit 17 Jahren brachte ihr der Kampf gegen die männliche Vormundschaft über Frauen in Saudi-Arabien die erste von mehreren Haftstrafen ein. Zuvor war sie vor ihrem Vater geflohen, der ihr die Hochzeit mit ihrem Wunschpartner verboten hatte.

Vom Kampf gegen die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen hielt sie das nicht ab. Die heute 37-jährige Badawi setzt sich gegen die Unterdrückung durch männliche Vormunde ein, gegen Fahrverbote für Frauen oder für das passive Wahlrecht. Zumindest im Ausland wurden diese Mühen honoriert. Im Jahr 2012 verliehen Hillary Clinton und Michelle Obama der Frauenrechtlerin den International Women of Courage Award.

Der Protest gegen die Zustände im streng religiösen islamischen Königreich liegt in der Familie: Badawis Bruder Raif, ein international bekannter liberaler Blogger, sitzt seit 2012 ebenfalls im Gefängnis. Ihn erwarten neben der Haft 1000 Peitschenhiebe wegen „Beleidigung des Islam“. Kritiker glauben, dass er in Wahrheit aufgrund seiner Vorwürfe gegenüber dem saudischen Königshaus verurteilt wurde. Badawis Ex-Ehemann Waleed Abu al-Khair verbüßt derzeit eine Strafe von 15 Jahren Haft wegen „Ungehorsams gegen den König“ und „Beleidigung der Justiz“. Er hatte Raif Badawi vor Gericht vertreten. Samar Badawi kämpfte bis zu ihrer eigenen Verhaftung für die Freilassung der beiden. Aus zwei Ehen hat sie zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen.

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