Zunehmender Hunger ist eine Schande für die Menschheit

Eine Schande für die Menschheit
Eine Schande für die Menschheit
Ellen Hasenkamp

Das Jahr 2030 – das ist in gerade mal etwas mehr als acht Jahren. Bis dahin, so hatte es sich die internationale Gemeinschaft feierlich vorgenommen, sollte der Hunger auf der Welt besiegt sein. Doch während es bei anderen Nachhaltigkeitszielen, zum Beispiel im Kampf gegen die Kindersterblichkeit oder gegen die Armut, durchaus Fortschritte zu verzeichnen gibt, geht es beim Hunger in die entgegengesetzte Richtung: Hungersnöte nehmen weltweit wieder zu. Das ist eine Schande.

Schuld daran ist natürlich auch die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen: Erkrankungen, Ausgangssperren, steigende Preise haben Lieferketten und Hilfsnetzwerke auf dem gesamten Planeten zerstört. Tatsächliche müssen sie so schnell wie möglich wiederhergestellt werden.

Hauptsächlich aber sind für die Zunahme des Hungers zwei altbekannte Probleme verantwortlich: Kriege und Klimawandel. Vor allem in Afrika ist der Hunger zu einer Art Kriegswaffe ausgebaut worden. Getreidespeicher oder auch Wasserbrunnen werden bei kriegerischen Auseinandersetzungen systematisch zerstört. Sogar Obstbäume werden teilweise gefällt, überlebenswichtiges Vieh wird getötet.

Den verzweifelten Menschen bleibt dann oftmals nur die Flucht – und mancherorts kaum mehr als Blätter und Blüten zum Essen. Auch in Afghanistan droht nach der Machtübernahme der Taliban und dem Abzug der internationalen Truppen die Rückkehr von Hungersnöten. Krisenprävention und Konfliktbewältigung müssen daher eine Priorität der nächsten Bundesregierung sein – auch als Mittel im Kampf gegen den Hunger.

Dasselbe gilt auch für den Klimaschutz. Allerdings drohen hier durchaus Zielkonflikte. Denn wo Ackerflächen zu Gunsten von Wiesen, Mooren und Wäldern stillgelegt werden, da können auch keine Nahrungsmittel mehr produziert werden. CO2-Reduktion oder Kalorienanlieferung, das muss jeweils sorgfältig und nach dem vor Ort größten Nutzen abgewogen werden.

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