Zeitfenster für friedliche Lösung der Streits zwischen USA und Iran schließt sich

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Zeitfenster schließt sich
Zeitfenster schließt sich
Thomas Seibert

Gleich zu Beginn des neuen Jahres schließt sich ein Zeitfenster für die friedliche Beilegung eines Konflikts, der den ganzen Nahen Osten in Brand setzen könnte. Die USA und Iran treiben auf einen Krieg zu, der die Region weiter zurückwerfen, neue Flüchtlingsbewegungen auslösen und die Weltwirtschaft schädigen könnte. Keine der beiden Seiten will das. Doch die Kontrahenten sind offenbar nicht in der Lage, die Eskalation zu stoppen.

US-Präsident Donald Trump sagt, er wolle keinen Krieg im Nahen Osten, und das kann man ihm wohl auch glauben. Die Amerikaner sind der vielen Konflikte von Afghanistan bis Syrien müde und könnten den Präsidenten bei der Wahl im November aus dem Weißen Haus werfen, wenn er Zehntausende US-Soldaten nach Übersee schickt, um gegen Iran zu kämpfen. Doch Trumps Iran-Politik beruht ausschließlich auf Druck – Kompromisse mit dem Iran sind nicht vorgesehen.

Für die iranische Führung wäre ein Krieg gegen die Supermacht USA nicht zu gewinnen. Doch das Regime steht mit dem Rücken zur Wand und wird seine Macht mit allen Mitteln verteidigen.

Selbst wenn der Streit um die Botschaft in Bagdad noch einmal glimpflich ausgeht, kommt die nächste Provokation bestimmt, wenn beide Länder bei ihrem bisherigen Kurs bleiben. Ein internationaler Vermittler, der die Entwicklung aufhalten könnte, ist nicht in Sicht.

politik@schwaebische.de

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