Wirtschaftskrise trifft Frauen besonders stark

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Deutsche Presse-Agentur

Frauen und Männer sind in vielen Bereichen noch immer nicht gleichberechtigt. Die Wirtschaftskrise trifft Frauen besonders stark. Auf diese und andere Missstände will der Internationale Frauentag an diesem Sonntag aufmerksam machen.

Die neue US-Außenministerin Hillary Clinton hat Frauen in aller Welt ihre Unterstützung im Kampf für Gleichberechtigung zugesichert. „Ich werde eine Anwältin sein, die sich Gehör verschafft“, schreibt Clinton in einem Beitrag in der französischen Tageszeitung „Le Figaro“.

Die Rechte der Frauen zu stärken sei auch in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise nicht nur eine ständige moralische Verpflichtung, sondern auch eine Notwendigkeit. „Die Frauen stellen auf der Welt noch immer die Mehrheit der Armen, der Unterernährten und der Nicht-Eingeschulten“, schreibt die Außenministerin. In vielen Regionen werden laut Clinton noch immer Genitalverstümmelungen und andere Gewalttaten gegen Frauen toleriert. Selbst in den entwickelten Staaten gebe es viel zu tun. „In zahlreichen Ländern bekommen Frauen für die gleiche Arbeit noch immer weniger Geld als Männer“, so Clinton.

Auch in Deutschland verdienen viele Arbeitnehmerinnen weniger als ihre Kollegen, Führungspositionen in Wirtschaft und Politik sind meist in Männerhand. Daher trifft die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise nach Ansicht der Kasseler Politologin Gilla Doelle Frauen härter. Probleme sieht die Mitbegründerin des Archivs der deutschen Frauenbewegung auch bei der Kinderbetreuung, falls die Krippen wegen Geldmangels nicht weiter ausgebaut werden, sagte sie in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Archiv feiert an diesem Sonntag sein 25-jähriges Bestehen.

Weltweit informieren am Internationalen Frauentag Organisationen über die Situation von Frauen und fordern mehr Gleichberechtigung. Sie feiern das bereits Erreichte, versuchen Netzwerke zu schaffen und auszubauen.

Der erste internationale Aktionstag fand auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, Österreich und der Schweiz statt. Damals protestierten Frauen gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Sie kämpften etwa für das Recht zu arbeiten und zu wählen. Während der Nazi-Diktatur war der Frauentag verboten. In der DDR ließ die SED den Festtag jährlich mit großem Pomp feiern. Heute geht es um Themen wie Gleichstellung im Arbeitsleben, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und auch um Gewalt gegen Frauen.

Als Datum für den Aktionstag wurde einige Jahre nach seiner Einführung der 8. März bestimmt. Möglicherweise sollte daran erinnert werden, dass Textilarbeiterinnen in New York 1857 am 8. März in einen Streik getreten waren. Laut anderen Quellen wurde der Tag im Gedenken an 129 Arbeiterinnen gewählt, die 1908 in New York beim Brand einer Fabrik gestorben waren.

www.internationalwomensday.com

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