Wintereinbruch mit Verkehrschaos und Lawinengefahr

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Deutsche Presse-Agentur

Umgestürzte Lastwagen, gesperrte Straßen und mindestens zwei Tote: In weiten Teilen Deutschlands sowie in Österreich haben heftige Schneefälle und Straßenglätte am Montagabend und Dienstag zu starken Verkehrsbehinderungen und Unfällen geführt.

Betroffen waren insbesondere der Süden und Osten Deutschlands. Auch im Flugverkehr gab es Störungen. Nach intensiven Schneefällen wurde der Zugverkehr zwischen Tirol und Bayern am Dienstag unterbrochen. Die Strecke zwischen dem österreichischen Grenzort Scharnitz und dem bayerischen Mittenwald musste wegen Lawinengefahr gesperrt werden. Auch die parallel laufende Bundesstraße war betroffen.

Wegen der intensiven Schneefälle in den Alpen herrschte große Lawinengefahr. Die Behörden riefen die zweithöchste Warnstufe aus. In einigen besonders betroffenen Regionen, vor allem in Niederösterreich und in Vorarlberg, herrschten chaotische Verkehrsbedingungen, etliche Straßen mussten gesperrt werden. So waren am Nachmittag auch die renommierten Vorarlberger Skiorte Lech, Zürs und Stuben von der Außenwelt abgeschnitten.

Die 5500 Einwohner sowie rund 10 000 Urlauber saßen fest, darunter auch die niederländische Königsfamilie, die einen zweiwöchigen Skiurlaub in Lech verbringt. Bereits 2006 waren sie in Lech eingeschneit worden, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Noch am Montag hatten sich Familienoberhaupt Königin Beatrix, Prinz Constantijn mit seiner Frau und seinen drei Kindern sowie Kronprinz Willem-Alexander mit Frau Máxima und den drei Töchtern bei sonnigem Winterwetter den Fotografen gezeigt. Lechs Bürgermeister Ludwig Muxel zeigte sich zuversichtlich, dass die Straße am Mittwoch wieder geöffnet wird.

In Bayern kamen mindestens zwei Menschen bei Unfällen auf verschneiten oder vereisten Straßen ums Leben. Bei Schneeglätte stießen ein Kleintransporter und ein Lastwagen in der Nähe von Haag in Oberbayern frontal zusammen - ein Fahrer wurde getötet und ein weiterer schwer verletzt. Bereits am späten Montagabend war im schwäbischen Deisenhausen ein 25-Jähriger mit seinem Wagen auf glatter Fahrbahn in den Gegenverkehr geschleudert und gegen einen Linienbus geprallt, wie die Polizei mitteilte. Der Mann war sofort tot.

Überall im Freistaat gab es erhebliche Behinderungen durch Schnee und Glatteis. Im Südwesten waren vor allem die höheren Lagen davon betroffen, etwa auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald. Straßen mussten zeitweise gesperrt werden, Streufahrzeuge waren im Dauereinsatz. Bei mehr als 260 Unfällen zwischen 4.00 und 14.00 Uhr in Baden-Württemberg wurden 40 Menschen verletzt, sechs davon schwer.

In weiten Teilen Thüringens und im Süden Sachsen-Anhalts kam es in der Nacht und am Morgen wegen Schneeglätte und überfrierender Nässe zu Verkehrsbehinderungen. Auf der Autobahn 71 brach am Morgen ein Lastwagen nahe dem Dreieck Suhl durch die Mittelleitplanke und blockierte beide Fahrtrichtungen, teilte die Polizei mit. Verletzt wurde niemand. Bereits in der Nacht waren wegen der Glätte auf Autobahnen und Landstraßen Lastwagen liegengeblieben. Im Südwesten Sachsens führte der Schneefall zu mehreren Unfällen, auch in Brandenburg bereiteten eine vielfach geschlossene Schneedecke und glatte Straßen vielen Autofahrern Probleme.

Wegen starker Schneefälle mussten auf dem Münchner Flughafen nach Angaben eines Sprechers bis zum Dienstagnachmittag etwa 60 Flüge gestrichen werden. Es kam außerdem zu Verspätungen von mehr als einer Stunde. Davon waren rund 160 Starts und Landungen betroffen. Auch der Flughafen Wien meldete Verspätungen.

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