Warum es gut ist, mit Putin zu reden

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Mann schaut in die Kamera
Stefan Scholl Korrespondent Moskau Autorenfoto Südwest Presse Redaktion SWP (Foto: Honorarfrei)
Stefan Scholl

Miteinander reden sei immer besser als übereinander, erklärte Angela Merkel zu Beginn der Gespräche mit Wladimir Putin im Kreml. Tatsächlich ist das deutsch-russische Verhältnis trotz heftigen Streits seit der Krimkrise 2014 nie völlig in Schweigen erstarrt. Gerade Merkel hat immer wieder mit dem russischen Staatschef telefoniert und geredet, über alle Feindseligkeiten weg, auch während der heftigsten Kämpfe in der Ostukraine.

Dass sie, zwischen zwei Normandie-Gipfeln über eine Friedenslösung in der Ostukraine, in den Kreml reist, wäre ohnehin sinnvoll. Hinzu kommen die Schlachtfelder in Syrien und in Libyen, das von den USA ausgelöste Hickhack um die deutsch-russische Gaspipeline Nordstream 2. Und die Kriegsgefahr zwischen USA und Iran.

Ja, es bleibt fraglich, ob Wladimir Putin das Donbass irgendwann wieder an die Ukraine zurückgibt. Und der russische Präsident hat ganz andere Vorstellungen von Demokratie als ein Großteil der europäischen Politiker. Doch für Demokraten angenehme Gesprächspartner drohen auf der internationalen Szene überhaupt knapp zu werden. Warum also nicht mit Putin reden?

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