Warum die Entscheidung, Facebooks Macht einzuschränken, richtig ist

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Facebook
Facebook betonte, dass die Nutzer bei der Anmeldung ihre Zustimmung zur Datensammlung gegeben hätten. (Foto: Armin Weigel / DPA)
Digitalredakteurin

Das Bundeskartellamt kritisiert Facebooks Macht über die Daten seiner Nutzer und fordert, dass auf Facebook, Whatsapp und Instagram und Drittanbietern erhobene Daten nicht verknüpft werden dürfen – zu Recht. Denn durch die Bündelung bekommt Facebook so umfassende und lukrative Informationen über einzelne Personen wie kein anderes Netzwerk.

Dreiste Irreführung

Die Verantwortlichen bei Facebook behaupten, ihre Firma sei zwar populär, aber nicht marktführend. Das ist dreiste Irreführung: Zusammen mit Instagram und Whatsapp ist Facebook der mit großem Abstand größte Player auf dem deutschen Markt. Ebenso absurd ist es, dass Facebook die Verknüpfung von Daten der drei Plattformen ausgerechnet mit Datenschutz begründet. Denn gerade dabei hat der Social-Media-Gigant seine Kunden mehrfach verraten und sich anschließend auf wichtige Fragen nicht klar geäußert. 

Die ungewohnt bescheidene Behauptung des Unternehmens, nicht bedeutender als die Mitbewerber Twitter, Snapchat und Youtube zu sein, ist lächerlich – und obsolet, da das Bundeskartellamt Snapchat und Youtube nicht zum selben Markt zählt.

+++Zur Stellungnahme von Facebook zur Entscheidung des Kartellamts geht es hier+++

Mehr als 32 Millionen Menschen in Deutschland nutzen Facebook aktiv. Das sind 60 Prozent der in sozialen Netzwerken aktiven Deutschen. Nach Ansicht des Gesetzgebers kann Marktmacht schon bei 40 Prozent Anteil beginnen. Die übrigen 40 Prozent sind Facebook auch nicht unbekannt: Wer sich auf sozialen Plattformen bewegt und dort agiert, ist Kandidat für ein so genanntes Schattenprofil – und auch dort werden Daten gesammelt, die Marktwert haben.

Daten sind die Währung der digitalen Ära

Dieser Marktwert ist nicht zu unterschätzen: Daten sind die entscheidende Währung der digitalen Ära. Wer etwas kostenlos im Netz nutzt, gibt Daten heraus. Er wird zum Empfänger für gezielte Kampagnen. Nie war es einfacher für Unternehmen oder politische Gruppen, Zielgruppen so genau zu definieren und anzusprechen.

Somit ist es konsequent und sinnvoll, dass das Bundeskartellamt Daten als Faktor im Wettbewerb betrachtet. Der Handel mit Daten steht in Deutschland noch am Anfang – das zeigt der Blick nach China, wo persönliche Daten aus sozialen Netzen die Gesellschaft bereits massiv beeinflussen.

Es ist gut, jetzt die Regeln festzulegen, damit es hier nicht soweit kommen kann.

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