Verena Bentele fordert beim Rentenpaket Nachbesserungen

Lesedauer: 3 Min
 Verena Bentele
Verena Bentele (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Nach Meinung von Verena Bentele, der Präsidentin des Sozialverbandes VdK, ist die Bundesregierung mit dem geplanten Rentenpaket auf dem richtigen Weg. Andreas Herholz hat mit der gebürtigen Lindauerin gesprochen.

Ist das Rentenpaket der Bundesregierung das richtige Konzept zur Stabilisierung der Alterssicherung?

Aus Sicht des VdK wird an vielen Stellschrauben in die richtige Richtung gedreht. Wir brauchen aber langfristige Lösungen, die über das Jahr 2025 hinausgehen.

Reichen die Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente aus?

Gerade bei der Erwerbsminderungsrente muss dringend nachgebessert werden. Sie sind überdurchschnittlich häufig von Altersarmut betroffen. Deshalb müssen die geplanten Verbesserungen bei der Zurechnungszeit der Erwerbsminderungsrente für alle Rentner, auch die Bestandsrentner gelten. Aber auch mit den höheren Zurechnungszeiten für neue Erwerbsminderungsrenten bleibt das Armutsrisiko der Betroffenen viel zu hoch, solange die ungerechten Abschläge von 10,8 Prozent nicht wegfallen.

Fast jede zweite Altersrente liegt unter 800 Euro. Was tun gegen eine wachsende Altersarmut?

Wir brauchen ab 2025 dauerhaft ein Rentenniveau von 50 Prozent. Bei einem sinkenden Rentenniveau sind ansonsten immer mehr Arbeitnehmer von Altersarmut bedroht, auch wenn sie ein Leben lang hart gearbeitet haben. Und wir brauchen gute Löhne, damit aus Einkommensarmut nicht Altersarmut wird. Der Mindestlohn muss auf über 12 Euro die Stunde angehoben und prekäre Beschäftigung wie Leiharbeit und Minijobs zurückgedrängt werden. Und wir brauchen endlich einen Freibetrag für die gesetzliche Rente in der Grundsicherung, wie es ihn bereits in der betrieblichen und privaten Altersvorsorge gibt. Zudem muss für Menschen, die nur geringe Rentenanwartschaften haben, die Rente nach Mindestentgeltpunkten wieder eingeführt werden. Dabei werden diese höher gewertet und auch Zeiten der Arbeitslosigkeit berücksichtigt. Davon profitieren vor allem Frauen, die viele Jahre wegen der Kinderziehung oder Pflege eines Angehörigen, in Teilzeit gearbeitet haben.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen