USA steuern auf Machtprobe zu

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USA steuern auf Machtprobe zu
USA steuern auf Machtprobe zu
Frank Herrmann
Frank Herrmann

Mit fanatischem Eifer will Donald Trump das abwickeln, was Vorgänger Barack Obama aufgebaut hat. Das gilt vor allem für den Umweltschutz. Dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen folgte das Aufweichen der Emissionsregeln für Kohlekraftwerke, und nun versucht Trump, einen weiteren Pfeiler im umweltpolitischen Gebäude seines Vorgängers zu demolieren.

Geht es nach seinem Willen, wird bald nur noch Makulatur sein, was Obama mit Blick auf das Jahr 2025 an Abgaszielen für Autos beschloss. Den Benzinverbrauch so drastisch zu senken, geht gegen die Interessen der Ölindustrie. Und da sich Trump als rigoroser Interessenvertreter der fossilen Rohstoffbranche begreift, will er nun auch dieses Regelwerk abschwächen. Nun wird sich erweisen, was Obamas Amerika Trump’schem Zerstörungswerk entgegenzusetzen hat. Wie robust das System der Gewaltenteilung ist, bis zu welchem Grade es ihm gelingt, den Mann mit der Abrissbirne zum Innehalten zu zwingen.

Mit Kalifornien, einem Vorreiter, wenn es um sinkende Autoabgase geht, steigt ein echtes Schwergewicht in den Ring. Ein Staat, in dem sich alles um die Zukunft dreht und der schon deshalb mit Trumps Erzählung, der nostalgischen Beschwörung der vermeintlich goldenen Fünfzigerjahre, nichts anfangen kann. Kalifornien ist ein Gegner, der dem Rückwärtsgewandten im Weißen Haus die Grenzen seiner Macht aufzeigen könnte. In jedem Fall steuert Amerika auf eine veritable Kraftprobe zu.

politik@schwaebische.de

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