US-Drohne tötet 30 Menschen in Pakistan

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Deutsche Presse-Agentur

Bei einem US-Angriff auf ein Islamistenversteck in Pakistan mit einem unbemannten Flugzeug sind am Samstag mindestens 30 Menschen getötet worden.

Wie ein Geheimdienstmitarbeiter berichtete, feuerte eine Drohne zwei Raketen auf ein Gebäude im Stammesgebiet in Süd-Waziristan im Norden Pakistans ab. Die Grenzregion gilt als Rückzugsgebiet für El-Kaida-Terroristen und Kämpfer der Taliban, die von dort die US-geführten Truppen jenseits der Grenze in Afghanistan angreifen. Sieben weitere Menschen wurden nach Geheimdienstangaben verletzt.

„Durch den Raketenbeschuss wurde das festungsartige Haus in Shawangai dem Erdboden gleichgemacht“, sagte der Geheimdienstmann. Unter dem Schutt wurden weitere Opfer vermutet. Zumeist handelt es sich den Angaben zufolge um El-Kaida-nahe Kämpfer aus Usbekistan. In dem Gebäude hätten sich mindestens 50 Militante zu einem Treffen versammelt. Taliban umstellten das Gebiet nach dem Angriff und brachten mehrere Verletzte in ein Krankenhaus.

Bei mehr als 30 Einsätzen von US-Drohnen wurden in den vergangenen vier Monaten Dutzende von Taliban- und El-Kaida-Kämpfern, aber auch viele Zivilisten getötet. Die pakistanische Führung kritisierte das Vorgehen wiederholt scharf. Damit werde die Souveränität des Landes verletzt und der Zorn der Bevölkerung genährt. Die Geheimdienst- Koordinatorin im US-Senat, Dianne Feinstein, sagte, die Drohnen seien von einem pakistanischen Luftwaffen-Stützpunkt aus abgefeuert worden. Die USA hatten über die Jahre Druck auf Pakistan ausgeübt, die Zufluchtsorte hunderter Talibankämpfer zu beseitigen. In jüngster Zeit wurden die Angriffe mit unbemannten Flugzeugen wieder verstärkt.

Unterdessen hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) angekündigt, einen Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die Krisenregion in Afghanistan und Pakistan beauftragen zu wollen. Für den Posten sei der deutsche Botschafter in Indien, Bernd Mützelburg, vorgesehen, schreibt der „Spiegel“. Der deutsche Beauftragte soll als Ansprechpartner für den US-Sondergesandten Richard Holbrooke dienen. Eine formelle Ernennung stehe aber noch aus, hieß es vom Auswärtigen Amt. Deutschland wäre das zweite Land nach Großbritannien, das einen Partner für Holbrooke bereitstellt.

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