Cannabis legalisieren: Ja oder Nein? - User von Schwäbische.de reden Klartext

Digital-Redakteur

Soll Cannabis unter bestimmten Voraussetzungen legalisiert werden? Wenn es nach den Ampel-Parteien geht, dann könnte das schon bald der Fall sein. Zumindest Grüne und FDP machen sich in ihren Programmen für eine Legalisierung innerhalb gewisser Rahmenbedingungen stark. 

So wollen die Grünen die Einführung eines „Cannabiskontrollgesetzes“. Damit will die Partei vor allem den Schwarzmarkt für Cannabis austrocknen und die organisierte Kriminalität zurückdrängen. Das Gesetz ermöglicht die legale und kontrollierte Abgabe von Cannabis in lizenzierten Fachgeschäften. Gleichzeitig will die Partei ein reguliertes und überwachtes System für Anbau, Handel und Abgabe von Cannabis schaffen. 

Einen Schritt weiter geht sogar die FDP. Die Freien Demokraten fordern eine kontrollierte Freigabe von Cannabis. Laut Parteiprogramm zur Bundestagswahl, setzen sich die Liberalen dafür ein, den Besitz und Konsum für volljährige Personen zu erlauben. Geplant ist auch eine Steuer auf Cannabis, ähnlich wie die Tabaksteuer. Dadurch verspricht sich die FDP jährliche Einnahmen bis zu einer Milliarde Euro für den Staat. Das Geld soll vor allem bei Prävention, Suchtbehandlungen und Beratungen eingesetzt werden. 

Die SPD reagiert bei dem Thema etwas zurückhaltender als ihre Sondierungspartner. Eine vollständige Legalisierung ist hier kein Thema. Stattdessen können sich die Sozialdemokraten eine  „regulierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene in Modellprojekten“ vorstellen. Diese Modellprojekte sollen vor allem in den Ländern und bei Kommunen erprobt werden und eng verknüpft sein mit Beratungs- und Präventionsmaßnahmen bei Jugendlichen. 

Alle Parteien sind sich darin einig, dass beim Thema Cannabis-Konsum etwas getan werden muss. Ein Argument für die Legalisierung, dass neben Interessenverbänden auch Grüne und FDP anführen, ist, die Entkriminalisierung des Besitzes und Konsums von Cannabis. 

Aber gerade aus der Ecke der Polizei kommt Kritik an dem Vorhaben der Legalisierung. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, sagt, es mache keinen Sinn, neben dem legalen, aber gefährlichen Alkohol die Tür für eine weitere „gefährliche und oft verharmloste“ Droge zu öffnen. Gerade bei Jugendlichen könne der Konsum von Cannabis zu erheblichen Gesundheitsproblemen und sozialen Konflikten führen. Auch die Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) warnt vor einer Legalisierung. Ihr Vorsitzender, Rainer Wendt, befürchtet vor allem fatale Folgen für den Straßenverkehr: „Wenn demnächst auch noch Bekiffte am Straßenverkehr teilnehmen, bekommen wir ein Problem.“

Wir wollten von wissen: Was denken Sie dazu? 

Sollten Grüne und FDP ihre Forderungen durchsetzen können und die Abgabe von Cannabis legalisiert werden? Oder sollte der Besitz und Konsum von Cannabis weiter verboten bleiben?

Das sagen Userinnen und User von Schwäbische.de:

Die größte Gefahr von Cannabis ist die Kriminalisierung, die Konsumenten in die illegale Ecke stellt.

Michael S.: Alkohol und Nikotin machen wesentlich stärker abhängig und schaden dem Körper mehr. Die Einstiegsdroge Nummer 1 ist Alkohol! Die größte Gefahr von Cannabis ist die Kriminalisierung, die Konsumenten in die illegale Ecke stellt. Der Krieg gegen Drogen führt zu nichts und schadet den Konsumenten!

Ich befürworte eine Legalisierung von Cannabis in Zusammenhang mit einer staatlichen Kontrolle über den Verkauf.

Christian F.: Da die repressive Politik den Drogen insgesamt, mit Ausnahme von Alkohol und Nikotin, völlig versagt hat, wie auch die Polizei – außer ihrer Repräsentanten – eingestehen, muss das System überdacht werden. Ich befürworte eine Legalisierung von Cannabis in Zusammenhang mit einer staatlichen Kontrolle über den Verkauf, am besten auch über die Herstellung, da in den vergangenen Jahren die Konzentration des THC-Gehalts immer höher gezüchtet worden ist. Das ist meiner Meinung nach ein Hauptgrund für die ansteigende Patientenzahl wegen Psychosen. In Spanien war beispielsweise kiffen bis – ich glaube – Anfang der 1990er Jahre in der Öffentlichkeit okay gewesen und in allen Altersklassen „normal“. Dann werde es auch da verboten, was die Drogenkriminalität hat heftig ansteigen lassen. Im Übrigen ist Cannabis in keinster Weise „die“ Einstiegsdroge, nach übereinstimmenden Aussagen von Suchtkranken ist der Einstieg in die Welt der Drogen der über Nikotin und Alkohol. Ansonsten halt auch das soziale Umfeld, Perspektivlosigkeit und vieles mehr, das Menschen in den Rausch treibt. Ein weiterer Aspekt ist, dass Cannabiskonsumenten nicht in der gleichen Weise zur Aggressivität neigen wie Menschen unter Alkoholeinfluss.

Ein klares Nein. Es schadet nur.

Manuela W.: Sicher nicht noch mehr Drogen (neben Alkohol und Nikotin) erlauben. Ein klares Nein. Es schadet nur. Wer es aus medizinischer Sicht benötigt, bekommt es auch heute schon auf Rezept.

Im Wissen, was solche Drogen in der gesamten Gesellschaft anrichten können, schüttelt man eigentlich nur noch den Kopf.

Raphael E.: Es kommt der Tag, wo vieles in unserer Gesellschaft und Wirtschaft wegen Kiffern, Drogen- und Alkoholsüchtigen nicht mehr normal funktioniert bzw. nicht mehr normal funktionieren wird. Im Wissen, was solche Drogen in der gesamten Gesellschaft anrichten können, schüttelt man eigentlich nur noch den Kopf. Und die Politik verkauft das als „Lösung“ und spekuliert nebenbei auf „Wählerzustimmung und Wählerfang“. Die Polizeigewerkschaft sieht das ja auch sehr, sehr kritisch. Dabei ist jetzt schon klar, dass eine völlige Legalisierung ein breiter Holzweg ist. Und die „Normalbürger“ sollen sich dann später an den hohen Gesundheits- und Rehakosten für psychisch Labile beteiligen? Ganz ehrlich, mein Leben ist auch „selbstbestimmt“ und ich nehme mir die Freiheit heraus, mich gegen diese Kostenbeteiligung auszusprechen. Legalisierung: NEIN.

Vernünftiger Jugendschutz kann nur mit einer Legalisierung funktionieren.

Martin H. auf Facebook: Vernünftiger Jugendschutz kann nur mit einer Legalisierung funktionieren. Legaler Vertrieb legt illegalen Handel trocken. Den Kopf in den Sand zu stecken und „ist doch verboten“ – und gleichzeitig zu hoffen, dass der Dealer nur an Ü18 verkauft ist schon ein klitzekleines Bisschen naiv. Aber passt ja zur bisherigen Drogenbeauftragten, die die schützende Hand über die Massendroge Alkohol legt.

Hans G.: Legalisierung ist der einzige Weg um den Konsum, der sowieso stattfindet, aus der Kriminalität zu holen.

Ich gehe sogar noch weiter und würde alle Drogen legalisieren.

Bernd W.: Ich gehe sogar noch weiter und würde alle Drogen legalisieren. Dies aber streng geregelt. Für jede Droge muss einzeln festgelegt werden, wer kaufen darf und wie viel davon. Verkauf nur in speziellen Geschäften mit geschulten Verkäufern, die ein Abdriften früh erkennen können. Alles dokumentiert auf einer Drogenbesitzkarte. Es ist sicher schwer vorstellbar Crystal Meth in einer Art Apotheke zu kaufen aber nur durch kontrollierte Abgabe von dann auch reinen Drogen kann in vielen Fällen ein unumkehrbarer Absturz verhindert werden.

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