Trauerfeier für Amokopfer hat begonnen

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Eingeläutet mit tausenden Kirchenglocken in ganz Württemberg hat am Samstag die zentrale Trauerfeier zum Gedenken an die 15 Opfer des Amoklaufs begonnen. 900 Trauergäste fanden in der Kirche St. Karl Borromäus in Winnenden Platz, darunter die Angehörigen der Opfer sowie Mitschüler.

Beim Gottesdienst predigen der evangelische Landesbischof Frank Otfried July und der katholische Bischof Gebhard Fürst. Beim anschließenden Staatsakt reden Bundespräsident Horst Köhler und Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). Die Veranstaltung wird in viele Hallen und Kirchen der Umgebung übertragen.

In Winnenden versammelten sich tausende Gäste. Die Polizei hatte Straßen abgesperrt und leitet den Durchgangsverkehr weiträumig um die Innenstadt herum. Die Deutsche Bahn setzt zusätzliche S-Bahnen ein; Regionalbahnen werden mit weiteren Wagen verlängert.

Zuvor hatten Angehörige der Amoklauf-Opfer Konsequenzen von der Politik gefordert. Sie meldeten sich in einem offenen Brief an Bundespräsident Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger zu Wort. Darin verlangen sie, den Zugang für Jugendliche zu Waffen zu erschweren, Gewaltdarstellungen im Fernsehen einzuschränken, Killerspiele zu verbieten, den Jugendschutz im Internet auszubauen und die Berichterstattung der Medien über Amok-Täter zu reglementieren.

Der 17 Jahre alte Amokläufer Tim K. hatte am 11. März an seiner ehemaligen Schule in Winnenden und auf der anschließenden Flucht nach Wendlingen 15 Menschen und danach sich selbst getötet. Seine Leiche wurde zwei Tage nach dem Massaker freigegeben, aber bisher nach Polizeiangaben nicht beigesetzt. „Wann und wo dies geschieht, wird nicht bekanntgegeben“, sagte eine Polizeisprecherin in Waiblingen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Opfer des Amokläufers wurden bereits zu Grabe getragen.

Vor dem Elternhaus von Tim K. in Leutenbach-Weiler zum Stein legten Unbekannte rund ein Dutzend Kerzen ab. Auf einem Zettel stand in einem Schreiben an Tim K.: „Egal was geschehen ist, Du wirst immer einen Platz in meinem Herzen haben. Farewell and rest in peace. (Leb wohl und ruh in Frieden)“.

Die Angehörigen schrieben in ihrem offenen Brief: „In unserem Schmerz, in unserer Hilflosigkeit und in unserer Wut wollen wir (...) nicht untätig bleiben.“ Sie wollten „mithelfen, damit es kein zweites Winnenden mehr geben kann“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen