Steinmeier trifft irakische Kurden

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Deutsche Presse-Agentur

Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier hat am zweiten Tag seiner Irak-Reise ein deutsches Generalkonsulat in der kurdischen Stadt Erbil eröffnet. „Hier sieht man, wie wichtig Sicherheit für die wirtschaftliche Entwicklung ist“, sagte er bei der Eröffnung der Vertretung.

„Das Konsulat wird nicht über fehlende Herausforderungen und einen Mangel an Arbeit klagen können“, ergänzte Steinmeier, der noch in der Nacht zurück nach Berlin fliegen will.

Zuvor war der Außenminister durch die Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion gefahren, in der die Sicherheitslage deutlich besser ist, als in den anderen Landesteilen und wo derzeit viele große Immobilienprojekte realisiert werden. Nechirwan Barsani, der Ministerpräsident des Autonomiegebietes im Nordirak, pries die Kurdenregion als „Tor zum Irak“ und lud deutsche Unternehmer ein, sich in dem Gebiet zu engagieren.

Bisher hatten nur Russland und der Iran Generalkonsulate im irakischen Kurdengebiet. Frankreich plant in den kommenden Monaten ebenfalls die Eröffnung einer Vertretung in Erbil.

Steinmeier, der mit dem Flugzeug aus Bagdad kam, führte in Erbil ein Dreiergespräch mit Barsani und dessen Onkel, dem Präsidenten des Autonomiegebietes, Massud Barsani. Er besuchte eine mit Geldern aus Deutschland geförderte Schule und traf Vertreter des Goethe-Instituts, das ebenfalls in Erbil aktiv werden will.

Zahlreiche Kurden im Irak haben Verbindungen nach Deutschland, das für viele Angehörige dieser ethnischen Minderheit zu Zeiten des Regimes von Ex-Präsident Saddam Hussein zu einem Zufluchtsort geworden war. Ein Teil der Kurden ist nach dem Sturz des Saddam-Regimes vor sechs Jahren in die Heimat zurückgekehrt. Im kurdischen Norden sind bereits mehrere deutsche Unternehmen tätig, weil die Sicherheitslage dort deutlich besser ist als in anderen Landesteilen.

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