Seehofer weist SPD-Kritik zurück: „Reine Pöbelei“

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Deutsche Presse-Agentur

Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat die jüngsten heftigen Attacken der SPD gegen die Union scharf zurückgewiesen. Kritik von SPD-Chef Franz Müntefering, die CSU sei unzurechnungsfähig, bezeichnete Seehofer am Samstag als „reine Pöbelei“.

Für seine Partei beanspruchte Seehofer vor Beginn einer Listenaufstellung für die Bundestagswahl: „Die CSU ist der Taktgeber in Deutschland.“ Gleichzeitig betonte er nach den unionsinternen Differenzen der vergangenen Wochen: „CSU und CDU marschieren gemeinsam.“ Spitzenkandidat der CSU-Liste soll der Landesgruppenchef im Bundestag, Peter Ramsauer, werden.

Zuvor hatte SPD-Chef Müntefering der Lüneburger „Landeszeitung“ gesagt, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe versäumt, die „unzurechnungsfähige“ CSU zurechtzustutzen. Er forderte die Union erneut auf, sich bei den Koalitionsstreitthemen Steueroasen, Begrenzung von Managergehältern und der Opel-Rettung zu bewegen. „Abwarten, ob sich das von alleine löst, ist nicht hinreichend. Dann hätte Politik keine Existenzberechtigung mehr.“

Müntefering erneuerte am Freitag in Berlin seine Zweifel an den Führungsqualitäten Merkels. Beim Streit um die Jobcenter habe die Kanzlerin keinen Willen zur Führung gezeigt. Eine Regierungschefin dürfe sich nicht so verhalten, sonst „geht alle Autorität kaputt“.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte die Union auf, zu einer konstruktiven Regierungsarbeit zurückzukehren. „Tohuwabohu und Unruhe“, die insbesondere die CSU und deren Vorsitzender Seehofer zu verantworten hätten, schadeten „ja nicht nur der Union, sondern der Koalitionsarbeit und am Ende dem Wohl des Landes“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

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