Schwerer Anschlag auf Bundeswehrsoldaten in Mali

Bundeswehr in Mali
Angreifer haben im westafrikanischen Mali eine Patrouille deutscher Soldaten der UN-Truppe Minusma attackiert. (Foto: Michael Kappeler / dpa)
Deutsche Presse-Agentur

Angreifer haben im westafrikanischen Mali eine Patrouille deutscher Soldaten der UN-Truppe Minusma attackiert. Der Angriff erfolgte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag etwa 155 Kilometer nördlich von Gao, wo Bundeswehrsoldaten im Camp Castor stationiert sind.

Nach lokalen Berichten wurde eine Autobombe gezündet. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam bestätigte, dass "deutsche Kräfte" betroffen seien.

Das Einsatzführungskommando bestätigte Berichte auf Anfrage zunächst nicht. Die UN-Mission Minusma in Mali hat einen Auftrag zur Stabilisierung des Landes. Der Großteil der Bundeswehrsoldaten ist im Camp Castor stationiert.

Meine Gedanken sind nun ausschließlich bei den Soldaten, Angehörigen und Helfern.

FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann

Laut seriöser Quellen seien mehrere Soldaten aus der Bundeswehr aus dem Einsatzkontingent Minusma schwer verwundet worden, schrieb die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. "Für weitere Spekulationen ist es zu früh. Meine Gedanken sind nun ausschließlich bei den Soldaten, Angehörigen und Helfern."

Angriff mit Sprengstoff beladenem Fahrzeug

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" seien die Soldaten mit einem sprengstoffbeladenen Auto angegriffen worden. Dabei seien über zehn Soldaten verletzt worden, drei davon schwer.

Die Schwerverletzten wurden bereits nach Deutschland ausgeflogen, heißt es in dem Bericht weiter. Der Angriff habe sich in den frühen Morgenstunden in der Nähe des Ortes Tarkint ereignet. 

Nach dem jüngsten Putsch in dem westafrikanischen Krisenstaat hatte sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen einen Abzug der Bundeswehr ausgesprochen.

"Wir glauben, dass unsere Präsenz vor Ort weiterhin wichtig ist. Und dass sich an der Frage der Ausbildungsmission für Mali und auch der Minusma-Aufgaben nichts geändert hat", sagte Merkel Ende Mai bei einer gemeinsamen Video-Pressekonferenz mit Präsident Emmanuel Macron. "Ich glaube, dass sowohl die Ausbildungsmission als auch Minusma weiter notwendig sind."

Die Bundeswehr ist in Mali mit mehreren Hundert Soldaten an einem UN-Stabilisierungseinsatz sowie an der EU-Ausbildungsmission EUTM beteiligt. Frankreich ist in der Region mit mehr als 5000 Soldaten im Einsatz, um islamistischen Terrorismus zu bekämpfen. Macron hatte bereits mit dem Rückzug der französischen Truppen gedroht, sollte sich Mali nach dem Putsch in Richtung radikaler Islamismus entwickeln.

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