Russland verzichtet auf Raketen in Kaliningrad

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Deutsche Presse-Agentur

Russland will nach dem Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama entgegen früherer Ankündigungen nun vorerst doch keine Raketen in der Ostseeexklave Kaliningrad stationieren.

Die Vorbereitungen zur Aufstellung der „Iskander“-Raketen seien ausgesetzt, weil die neue Führung in Washington die Pläne für das umstrittene US-Raketenabwehrsystem in Mitteleuropa nicht forciere. Das sagte ein Sprecher des russischen Generalstabs nach Angaben der Agentur Interfax am Mittwoch. Kremlchef Dmitri Medwedew hatte die Stationierung der Kurzstreckenraketen im Gebiet um das frühere Königsberg als Reaktion auf die US-Pläne im November angekündigt.

Moskau hält die in Polen und Tschechien vorgesehenen Anlagen für eine Bedrohung seiner Sicherheit. Obamas Vorgänger George W. Bush hatte die Pläne noch mit Hochdruck vorantreiben lassen. Der russische Regierungschef Wladimir Putin hatte nach Obamas Amtsantritt von deutlichen „positiven Signalen“ gesprochen, dass Washington Abstand nehmen wolle von dem Projekt. Der Konflikt um die Raketenabwehranlage hatte die Beziehungen zwischen Russland und den USA schwer belastet.

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