RKI: Sieben-Tage-Inzidenz sechsten Tag in Folge rückläufig

Corona
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist rückläufig. (Foto: Frank Rumpenhorst / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die zuletzt positive Entwicklung der Kennzahlen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie setzt sich fort. Am Sonntagmorgen meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 16.290 erfasste Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages und 110 neue Todesfälle.

Auch wenn in den neuen Zahlen die Angaben aus Bremen fehlen, sind das deutlich weniger als noch vor einer Woche, als das RKI binnen eines Tages 18.773 Neuinfektionen und 120 neue Todesfälle verzeichnet hatte.

Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sinkt weiter, den mittlerweile sechsten Tag in Folge. Sie liegt nun bundesweit bei 146,5. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 148,6 angegeben, vor eine Woche mit 165,6.

Die Zahlen geben den Stand des RKI-Dashboards von 4.58 Uhr wieder. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. An Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem, weil am Wochenende weniger getestet wird.

Angesichts der sinkenden Zahlen spüren auch die Krankenhäuser „ganz überwiegend eine erste, leichte Entlastung“. Das sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der „Bild“. „Wir haben nun über etwa zwei Wochen relativ konstante Zahlen bei den Neuinfektionen, das gibt uns die Zuversicht, dass wir auch beim Zuwachs der Intensivpatienten bis auf weiteres keinen exponentiellen Anstieg befürchten müssen.“ Dabei stellte Gaß klar, dass „die Belastung in den Kliniken und bei den Beschäftigten auf einem sehr hohen Niveau“ bleibe.

Zuletzt hatten sich Experten mit Blick auf das Infektionsgeschehen in Deutschland vorsichtig optimistisch gezeigt. Mobilitätsforscher Kai Nagel von der TU Berlin rechnet nicht mehr mit einer Zunahme der Fallzahlen, Physikerin Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen geht sogar von einem zügigen Rückgang der Inzidenzen in den nächsten Wochen aus.

Beide hatten ihre Einschätzung am Donnerstagabend bei einer Anhörung im Parlamentarischen Begleitgremium zur Covid-19-Pandemie des Bundestags abgegeben.

Auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach geht von einer spürbaren Verbesserung der Lage aus und verweist auf die deutlichen Impfeffekte, sobald die Hälfte der Bevölkerung eine erste Impfung bekommen hat. „Ende Mai wird dies für uns bedeuten, dass die Fallzahlen deutlich unter 50 fallen. Wir sind jetzt in der letzten Runde auf der Schlussgeraden“, schrieb Lauterbach am Samstagabend auf Twitter. „Der Sommer wird gut werden.“

Besonders hohe Inzidenzen verzeichnen weiterhin die Bundesländer Sachsen (208,7) und Thüringen (217,8). Bundesweiter Spitzenreiter auf Kreisebene ist der thüringische Saale-Orla-Kreis mit einem Wert von 479. Hohe Infektionszahlen mit Werten um 300 weisen auch die Stadt Gera und der Kreis Saalfeld-Rudolstadt auf.

Laut Lagebericht vom Samstagabend liegen bundesweit 321 von 412 Kreisen bei einer 7-Tage Inzidenz über 100, 30 Kreise überschreiten den Wert von 250.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.416.822 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.024.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83.192. Damit starb rein rechnerisch bald jeder tausendste Bundesbürger im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,94). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

© dpa-infocom, dpa:210502-99-434999/5

RKI-Dashboard

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