Reform der katholischen Kirche: Weiheamt statt Quote

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Weiheamt statt Quote
Weiheamt statt Quote (Foto: Roland Rasemann)
Chefreporter Ulm und Alb-Donau

Mit einer Frauenquote wollen die katholischen Bischöfe vom Bild einer Kirche der alten Männer wegkommen. Der Ansatz ist löblich. Denn wer heute an die Kirche und ihre mediale Präsenz denkt, denkt an Päpste, Bischöfe, Priester und sieht sie auch im Gottesdienst, im Fernsehen und in Diskussionsrunden. Dass Frauen das Gesicht der Kirche und die tägliche Arbeit stark prägen, wird dagegen nicht wahrgenommen. Denn die Dienste in Caritas, Jugendarbeit, Bildung und Pastoral versehen die Frauen meist im Hintergrund.

Denn die entscheidenden Posten – in den Domkapiteln vor allem – bleiben immer noch geweihten Männern vorbehalten. Bei der Leitung der Pfarrgemeinden dürfte es ähnlich sein.

Daher wird es nicht ausreichen, bei der Besetzung der Leitungsfunktionen auf die Frauenquote zu pochen. Frauen und Männer, denen ihre Kirche am Herzen liegt, sollten fortschrittliche Bischöfe wie Gebhard Fürst ermutigen, der das Weiheamt für Frauen öffnen will. Aus theologischer Sicht gibt es kein Argument, Frauen den Zugang zur Weihe zu verwehren, sagt auch die Tübinger Theologin Johanna Rahner. Wo Entscheidungen getroffen werden, müssen Frauen äquivalent beteiligt werden: In der katholischen Kirche aber bleibt der Ort der Entscheidung das Weiheamt.

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