Psychotherapeuten machen gegen Spahn mobil

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Jens Spahn
Jens Spahn wird von den deutschen Psychotherapeuten kritisiert. (Foto: Christoph Schmidt / DPA)
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Versicherte sollen schneller an Arzttermine kommen. Das ist das Ziel des neuen Terminservice- und Versorgungsgesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn, das im Dezember im Bundestag beraten wird. Was zunächst gut klingt stößt aber bei Medizinern auf heftige Gegenwehr. 

Jetzt melden sich die Psychotherapeuten zu Wort. Sie kritisieren in Spahns Gesetzesentwurf einen Passus, nach dem Patienten sich künftig nicht mehr aussuchen können, welche Therapeuten sie aufsuchen möchten. Stattdessen sollen sie zu einer Voruntersuchung gehen. Die soll laut dem Entwurf ein sogenannter "qualifizierter Behandler" durchführen. Wie diese Qualifikation aussehen soll, ist aber noch unklar. Der Behandler soll die Patienten dann einstufen und damit entscheiden, welche Hilfe ihnen zukommt.

Die Bundes-Psychotherapeuten-Kammer schreibt erbost: "Das Gesetz bürdet ausgerechnet denen, die über oft enorme, hoch schambesetzte und intime seelische Belastungen sprechen müssen, eine zusätzliche Hürde zur Psychotherapie auf.“ Das sei ein neues Nadelöhr für Patienten. 

Die deutschen Psychotherapieverbände haben gegen den Artikel eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Sie kritisieren, dass durch den Entwurf nur Zeit verloren gehe, die man für Behandlungen brauche. Zudem seien alle psychotherapeutisch tätigen Ärzte und psychologischen Psychotherapeuten in der Lage, die Patienten selbst zu diagnostizieren und deren Behandlung zu planen. Bis Donnerstag morgen hatten mehr als 60.000 Menschen die Petition unterzeichnet. Nun muss sich der Petitionsaussschuss des Bundestags mit dem Anliegen befassen.

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