Pro-Frauenquote: Es muss jetzt sein

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Pro-Frauenquote: Es muss jetzt sein

Der Gesetzgeber sollte sich mit Eingriffen in den Markt tunlichst zurückhalten. Angelegenheiten der Firmen überlassen die Politiker am besten Geschäftsführern, Gewerkschaften und Betriebsräten. Damit ist Deutschland gut gefahren.

Es gibt aber immer wieder Situationen, in denen der Staat handeln muss: Weil sich ein gravierendes Problem von allein nicht löst. In der Nachkriegszeit etwa zwang der Staat kriegsverschonte Dörfer dazu, Flüchtlinge aus dem Osten einzuquartieren. Heute greifen Behörden ein, um Absprachen übermächtiger Konzerne zu verhindern. Der Staat stellt also Regeln auf, wenn der Markt versagt oder die Chancengleichheit in Gefahr gerät.

Diese Rolle fällt dem Gesetzgeber auch bei der Förderung von Frauen zu. Die Argumente sind ausgetauscht, der gute Wille ist da, die Tatkraft weiblicher Führungskräfte wird weithin anerkannt. Allein, es ändert sich nichts. Wir Männer bleiben unter uns: auf dem Golfplatz, in der Business Class und in der Chefetage.

Die Quote würde Frauen stigmatisieren, sagen Kritiker. Männer haben offenbar weniger Probleme damit, Karriere mit Hilfe der Quote zu machen. In jeder bayerischen Staatsregierung darf ein Franke nicht fehlen und unter den Wirtschaftsweisen fährt immer einer auf Gewerkschaftsticket. Keiner dieser Quoten-Funktionäre geht in Sack und Asche.

Tatsächlich ist eine Quote ein Eingriff in die Handlungsfreiheit von Unternehmen. Gut möglich auch, dass das propagierte Drittel zu hoch gegriffen ist, gerade für Maschinenbauer und Zulieferer. Auf der anderen Seite bedeutet eine Frauenquote von 30 Prozent, dass vermutlich 70 Prozent der Posten und Mandate an Männer fallen.

Selbst wenn einige Unternehmen an der Quote verzweifeln: Im Moment geht es nicht anders. Erst die Quote rüttelt die Gesellschaft wach. Nur ein Zwang zur Frauenförderung wird die Kräfte und die Kreativität in den Unternehmen entfesseln, Arbeitszeitmodelle und Aufstiegswege frauen- und familienfreundlich zu gestalten. Auf dass die Quote in zehn Jahren überflüssig ist.

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