Präsident Zardari: „Pakistan kämpft ums Überleben“

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Deutsche Presse-Agentur

Der pakistanische Staat kämpft nach den Worten von Präsident Asif Ali Zardari angesichts des Erstarkens der radikal-islamischen Taliban um sein Überleben.

Die Taliban operierten mittlerweile nicht nur in den Stammesgebieten in der Grenzregion zu Afghanistan, sondern hätten sich auch bis in die größeren Städte im Inland ausgedehnt, sagte Zardari am Sonntag in einem Interview des US-Senders CBS. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Taliban versuchen, in Pakistan die Macht zu übernehmen. Deshalb geht es um das Überleben von Pakistan“, erklärte der Präsident.

Die Taliban und mit ihnen verbündete El-Kaida-Kämpfer nutzen die Grenzregion als Rückzugsraum für Angriffe auf internationale Soldaten im benachbarten Afghanistan. Aufständische haben in den vergangenen Monaten Hunderte von Anschlägen in Pakistan verübt. Darunter war auch ein verheerenden Autobombenanschlag auf das Marriott-Hotel in der Hauptstadt Islamabad im September 2008, bei dem über 50 Menschen starben.

Zur in der Öffentlichkeit in Pakistan weit verbreiteten Sicht, dass der Kampf gegen die Taliban und El Kaida eigentlich ein Stellvertreterkrieg für die USA sei, sagte Zardari: „Wir machen das niemandem zum Gefallen.“ Die Atommacht Pakistan habe die Präsenz der Taliban zu lange als gegeben hingenommen. „Unsere Streitkräfte wurden nicht aufgestockt. Da gab es Schwächen, und das haben sie ausgenutzt“, sagte Zardari. Die Taliban „befinden sich jetzt in weiten Gebieten auch bei uns. Das steht fest.“

Zardari wies Spekulationen zurück, das Militär und der Geheimdienst stünden nicht geschlossen hinter ihm. „Wenn sie das nicht täten, wäre Islamabad längst gefallen. Es ist doch klar, dass diese Leute nicht in ihre Schranken verwiesen werden, wenn die Armee ihre Aufgabe nicht erfüllt. Sie (die Islamisten) haben Bombenanschläge auf das Marriott-Hotel verübt. Sie haben uns im Inland angegriffen. Sie wären doch sonst überall, oder nicht?“

„Meine eigenen Frau ist ihnen zum Opfer gefallen, die Mutter meiner Kinder“, erklärte er mit Blick auf die Ermordung der früheren Ministerpräsidentin Benazir Bhutto am 27. Dezember 2007 in Rawalpindi. Das Attentat ist bis heute nicht aufgeklärt. „Es ist wichtig, dass wir sie aufhalten (...) und dass sie nicht darüber bestimmen, wie wir leben. Das ist es, was sie wollen“, fügte er hinzu.

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