Postfaschisten verschmelzen mit Berlusconi-Partei

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Deutsche Presse-Agentur

Die zweitgrößte italienische Regierungspartei „Alleanza Nazionale“ (AN) löst sich auf. Am Sonntag, dem zweiten und letzten Tag des allerletzten AN-Kongresses, sollte der Parteichef und Präsident des Abgeordnetenhauses, Gianfranco Fini, offiziell die Auflösung der Partei besiegeln.

Das berichteten italienische Medien. Die postfaschistische Partei werde dann in einer Woche auch formal mit der konservativen Partei „Forza Italia“ (FI) des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zur neuen Rechtspartei „Volk der Freiheit“ (PDL) verschmelzen. AN hatte im April 2008 mit FI als Parteienbündnis unter demselben Namen die Parlamentswahlen gewonnen.

„Wir werden nicht verschwinden“, erklärte Parteipräsident und Verteidigungsminister Ignazio La Russa am Samstag vor den über 1800 Delegierten, die sich zum letzten Mal unter dem aus dem Faschismus stammenden Symbol der „Fiamma Tricolore“ (einer Flamme in den italienischen Nationalfarben) in Rom versammelt hatten. Er betonte die Wichtigkeit, der Gründung einer neuen „Partei der Italiener“ und die zukünftige Bedeutung ANs, als „rechter Flügel der neuen PDL rechte Werte weiter zu pflegen“.

Die Stimmung im Publikum war gemischt. Für viele der Minister und Amtsträger - wie La Russa oder den römischen Bürgermeister Gianni Alemanno - handelt es sich um unumgängliche Realpolitik. „Ich hege keinerlei nostalgische Gefühle für die Vergangenheit“, sagte Alemanno. Viel stärker sei der Enthusiasmus und die Spannung für das, was in einer Woche geschehen werde. Andere sehen in dem Zusammengehen der beiden Parteien nur eine Übernahme der AN durch Berlusconis FI, in der das Recht des Stärkeren zählt: Und das heißt das Recht Berlusconis. AN war 1995 aus der neofaschistischen „Movimento Sociale Italiano“, der „Italienische Sozialbewegung“ (MSI) entstanden.

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