Patientenschützer wollen die Fehlerquote in Kliniken senken

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ARCHIV - 12.07.2012, Berlin: Blick in einer Klinik durch das Fenster von einem Operationssaal. Foto: Maurizio Gambarini/dpa +++
ARCHIV - 12.07.2012, Berlin: Blick in einer Klinik durch das Fenster von einem Operationssaal. (Foto: Maurizio Gambarini)
Schwäbische Zeitung

Jahr für Jahr sterben nach Angaben des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS) 20 000 Menschen in deutschen Krankenhäusern an vermeidbaren Fehlern wie falscher Medikation und Infektionen. Daran habe sich seit zwei Jahrzehnten nichts geändert, beklagte die APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner am Freitag die Lage. Bis zu 800 000 weitere Patienten müssten wegen „vermeidbarer unerwünschter Ereignisse“ leiden.

Das Bündnis – zu dem Krankenkassen, Ärztekammern, Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenhäuser, Apothekerverbände und Patientenorganisationen gehören – fordert unter anderem bundesweit die verpflichtende Einstellung eines Patientensicherheitsbeauftragten in allen Einrichtungen der Gesundheitsversorgung. Das Land Hessen habe diesen Schritt bereits angekündigt. François-Kettner kritisierte eine „mangelhafte Sicherheitskultur“ in den Kliniken. Acht von zehn vermeidbaren Schäden seien auf unzureichende Kommunikation zurückzuführen. Ein Beispiel sei die „Aktion saubere Hände“: Die Verbesserung der Händehygiene soll Infektionen vermeiden helfen. 1000 Kliniken machten dabei mit – „die anderen 1000 aber nicht, das kann man nicht verstehen“, kritisierte die APS-Vorsitzende.

Das Bundesgesundheitsministerium äußerte sich auf Anfrage nicht konkret zu dem Vorschlag.

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